Neue OZ: Kommentar zu Tierschutz / Pferde / Brandzeichen
ID: 651581
Deutsche Zuchtpferde sind auf der ganzen Welt gefragt, und der
Verkauf eines Tieres bringt schon mal einen sechsstelligen Betrag.
Die Brandzeichen machen die Tiere überall identifizierbar, sind also
Kennzeichnung und Werbetafel zugleich.
Nun steht die jahrhundertealte Tradition des Schenkelbrandes durch
das geplante Verbot von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner vor
dem Aus. Ob das gut oder schlecht ist, daran scheiden sich die
Geister. Viele Politiker, Züchter und Pferdehalter behaupten, das
Brandzeichen bereite nur wenig Schmerzen. Tierschützer hingegen
nennen es Quälerei. Was aber wirklich in einem gebrandmarkten Tier
vorgeht, weiß niemand so genau.
Aufgrund des weltweiten Handels müssen Pferde individuell
unterscheidbar sein. Weil aber seit einem EU-Gesetz von 2009 das
Einpflanzen eines Chips, also eines elektronischen Personalausweises,
unter die Haut der Tiere Vorschrift ist, sollten Züchter auf die
überflüssigen Brandzeichen verzichten. Denn auch die Implantation des
Chips bedeutet für die Fluchttiere schon enormen Stress. Man darf
ihnen nicht mehr zumuten als notwendig.
Optimal ist aber keine der beiden Prozeduren: Sowohl Brandmarken
als auch Chippen verursachen Schmerzen und Stress. Es wäre besser,
Züchter und Tiermediziner würden nach einer alternativen,
schmerzfreien Kennzeichnungsmethode suchen.
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Datum: 03.06.2012 - 22:00 Uhr
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