Neue OZ: Kommentar zu Elite-Universität
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Die Freude der Bremer über den neu errungenen Elite-Titel ihrer
Hochschule ist ebenso verständlich wie die Enttäuschung der Göttinger
über den Abstieg ihrer Uni. Gleichwohl sollten alle Verlierer und
Gewinner gelassen bleiben und das Ergebnis der zweiten
Hochschul-Exzellenzinitiative nicht überbewerten.
Weil es um Forschungsgelder in Millionenhöhe geht, ist die
Auszeichnung für die Hochschulen zwar zu Recht ausgesprochen
attraktiv. Denn je mehr in ein Forschungsvorhaben investiert werden
kann, desto besser werden die Ergebnisse, und die machen eine Uni im
internationalen Vergleich wettbewerbsfähig.
Und doch gibt es neben der Forschung einen weiteren Faktor, der
die Qualität einer Hochschule widerspiegelt: die Lehre. Und die ist
an den Elite-Unis nicht zwangsläufig besser, wie eine aktuelle Studie
des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) zeigt. Demnach wirkt sich
der Status einer Uni nicht grundsätzlich auf die Zufriedenheit ihrer
Studenten aus, auch an Nicht-Elite-Unis lässt es sich also bestens
studieren.
Weit wichtiger als die auf wenige Jahre beschränkte
Spitzenförderung einiger Elite-Unis ist ohnehin die grundsätzliche
Verbesserung der Finanzlage an den Hochschulen, und zwar auch
zugunsten der Lehre. Das aber wird nur mithilfe des Bundes gelingen,
doch dafür müssten sich Bund und Länder darauf verständigen, endlich
das unsinnige Kooperationsverbot aufzuheben.
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Datum: 15.06.2012 - 22:00 Uhr
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