Neue OZ: Kommentar zu Rio / Gipfel
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Jetzt kommt wieder die Zeit der Schönredner. Aber sie können sich
die Mühe sparen: Die Mammut-Konferenz in Rio ist ein weiteres Kapitel
in der Geschichte der gescheiterten Gipfel. Die politischen Akteure,
dazu gehört auch der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier,
sollten aufhören, sich fortwährend in die Tasche zu lügen und zu
versuchen, jeder noch so butterweichen Absichtserklärung etwas
Sinniges abzugewinnen. Denn die Abschlusserklärung von Rio fügt sich
ein in die Reihe so vieler anderer Resolutionen, die keinen Deut wert
sind.
Die kolossalen Herausforderungen der Menschheit müssen gleichwohl
gelöst werden. Und weil dies offensichtlich im UN-Format nicht mehr
gelingen kann, verspricht Rettung allein ein radikales Umsteuern der
Verhandlungsmaschinerie. Nicht mehr gigantische Gipfel mit
Folklore-Faktor sind gefragt, sondern konzise Konferenzen: Die
führenden Staaten mit energieintensiven Branchen wie Stahl und Kohle
könnten so im Sinne aller wegweisende Übereinkünfte treffen. Oder
Länder, die allesamt über für die Zukunft der Welt existenzielle
Rohstoffe verfügen. So wäre Schluss mit dem Gemurkse der Gutmenschen
und Absichtserklärer.
Das Versagen der großen Politik bürdet dem Einzelnen eine hohe
Verantwortung auf. Nur wenn die Einsicht wächst, auch im Kleinen
durch einen anderen Lebensstil einen Beitrag zu leisten, wird
möglich, was die Rio-Abschlusserklärung so großspurig verkündete: die
Zukunft, die wir wollen.
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Datum: 22.06.2012 - 22:00 Uhr
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