Westfalenpost: Debatte zum Elterngeld: Politisches Geplänkel statt Politik mit Weitblick
Von Susanne Schlenga
ID: 675762
gerät die nächste "Prämie" in die Kritik. Die Zahlen des
Statistischen Bundesamtes nutzt Unionsfraktionschef Kauder (CDU), um
das Elterngeld in Frage zu stellen. Weil die Wirkung ausbleibe. Nun
lassen Statistiken meist einen breiten Interpretationsrahmen zu. Und
es sind berechtigte Zweifel angebracht, ob die nun veröffentlichten
Zahlen tatsächlich die Wirkungslosigkeit des Elterngeldes belegen.
Doch die Diskussion ist angestoßen. Und das Thema Kind und/oder
Karriere bietet eine breite Argumentations-Palette für die jeweilige
politische Couleur. Die Einengung des Blickwinkels auf die
finanziellen Anreize für eine Familiengründung, also auf die
(vermeintliche) Möglichkeit des Staates, sich eine steigende
Geburtenrate zu erkaufen, greifen aber zu kurz. Denn Familienpolitik
muss längst Gesellschaftspolitik sein. Zu sehr haben sich die
Strukturen verändert, sind Grenzen verwischt, Rollenverteilungen
verschoben. Der Arbeitsmarkt verlangt Fachkräfte, gut ausgebildete
Frauen wollen ihre Abschlüsse nicht für die Schublade machen. Wer
arbeiten will - oder auch muss - braucht Unterstützung. Finanziell,
aber weit mehr strukturell. Kindertagesstätten, verlässliche
Betreuung in Schulen, flexible Arbeitszeiten und ein deutliches
Signal aus der Wirtschaft, dass Frauen (und Männer!!) nicht
aussortiert werden, wenn sie für die Familie eine Pause machen. Und
es braucht ein gesellschaftliches Umfeld, das nicht nur einen
Lebensentwurf als akzeptabel ansieht. Denn der Druck ist in jedem
Fall hoch, für berufstätige Frauen mit Kindern, für Frauen, die für
die Kinder zu Hause bleiben, für Paare, die sich gegen Nachwuchs
entscheiden, für die, die darunter leiden, dass sie keine Kinder
bekommen. Die Wenn-Dann-Kommunikation von Volker Kauder ist da fehl
am Platz. Wie so oft erschöpft sich die Politik im politischen
Geplänkel.
Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion
Telefon: 02331/9174160
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 06.07.2012 - 20:18 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 675762
Anzahl Zeichen: 2214
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hagen
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 270 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Debatte zum Elterngeld: Politisches Geplänkel statt Politik mit Weitblick
Von Susanne Schlenga"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalenpost (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Oliver Ruhnert, der designierte Generalsekretär des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), spricht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Partei den nötigen Rückhalt ab. Merz habe "keine Hausmacht mehr", so Ruhnert im Interview mit der in Hagen erscheinenden WESTFALENPOST (Print: Mo
Westfalenpost: Herdecker Bürgermeisterin gibt erstes Interview nach Messerangriff ...
Die neue Bürgermeisterin von Herdecke, Iris Stalzer, hat sich rund drei Wochen nach der Messerattacke auf sie erstmals in einem Interview ausführlich öffentlich geäußert (Online: Freitag/ Print: Samstagsausgabe). Die 57-jährige SPD-Politikerin hatte am 7.Oktober in ihrem eigenen Haus lebensgef
Westfalenpost: Ministerpräsident Wüst: Keine neue Gebietsreform für NRW ...
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Kommunale Neugliederung in Nordrhein-Westfalen vor 50 Jahren gewürdigt. "Die Gebietsreform war ein wichtiger Schritt, um die kommunale Verwaltung in Nordrhein-Westfalen zukunftsfähig zu machen", sagt er der WESTFALENPOST (WP; Online Mitt
Weitere Mitteilungen von Westfalenpost
Westfalenpost: Zum Streitüber die Euro-Krise: Wenig Konstruktives Von Lorenz Redicker ...
Über 170 namhafte Wirtschaftsprofessoren protestieren öffentlich gegen die Euro-Rettungspolitik. Der Finanzminister nimmt das immerhin so ernst, dass er darauf nicht nur reagiert, sondern richtiggehend eindrischt auf seine Kritiker. Nun ist Kritik am Euro und an der Euro-Rettungspolitik keines
WAZ: Bundesweite Fahndung nach untergetauchtem Salafisten ...
Einer der radikalsten salafistischen Terrorverdächtigen Deutschlands ist spurlos verschwunden. Bereits Anfang Juni tauchte Denis Cuspert unter. Seither wird bundesweit nach ihm gefahndet. Sicherheitsbehörden sind alarmiert. Das berichten die Zeitungen der WAZ-Gruppe (Samstagausgaben). Cuspe
WAZ: Das falsche Signal - Kommentar von Sigrid Krause ...
Warum bekommen Menschen Kinder? Die meisten, weil sie sich ein Leben als Familie wünschen. Weil es für Eltern - bei allem erwartbaren Stress - ein Glück ist, einen kleinen Menschen ins Leben zu begleiten. Weil Kinder jung halten. Und Zukunft bedeuten. Warum haben aber immer weniger Menschen L
Westfalen-Blatt: Vorstand der Bertelsmann-Stiftung kritisiert deutsches Bildungssystem ...
Der scheidende Vorstandschef der Bertelsmann-Stiftung, Gunter Thielen, übt Kritik am deutschen Bildungssystem. »Es macht keinen Sinn, 16 unterschiedliche Schulsysteme aufrecht zu erhalten«, sagte er dem in Bielefeld erscheinenden WESTFALEN-BLATT (Samstagsausgabe). Eine Familie könne in Deut




