WAZ: Das falsche Signal
- Kommentar von Sigrid Krause
ID: 675747
sie sich ein Leben als Familie wünschen. Weil es für Eltern - bei
allem erwartbaren Stress - ein Glück ist, einen kleinen Menschen ins
Leben zu begleiten. Weil Kinder jung halten. Und Zukunft bedeuten.
Warum haben aber immer weniger Menschen Lust auf ein Kind? Weil das
Ja zum Kind längst eine Frage des Mutes ist. Zwei von drei jungen
Frauen und Männern unter 35 wünschen sich ein Kind, ergab eine
Forsa-Studie 2011. Neun von zehn Befragten sagten zugleich, ständige
Geldsorgen und unsichere Jobs seien das größte Argument dagegen.
Familienfeindliche Arbeitszeiten und fehlende Betreuung für die
Kinder, die heute schon da sind, nennen drei Viertel der Befragten
als Gründe, kinderlos zu bleiben. Und zwei von drei jungen Leuten
fürchten, dass ihre Beziehung früh zerbricht. 1800 Euro Elterngeld
spielen bei solch massiven Bedenken und Sorgen keine Rolle.
Elterngeld stoppt auch nicht den Trend, dass die Zahl der jungen
Frauen stetig sinkt - der Pillenknick der 60er-Jahre lässt grüßen.
Und er wirkt noch weit in die Zukunft. Wer jungen Frauen und Männern
Mut zum Kind machen will, muss das Familienleben samt Beruf
verlässlich erleichtern. Das Elterngeld war ein gutes Signal in diese
Richtung. Es gleich wieder zu streichen, wäre falsch. Wirksamer wäre
die überfällige Reform des Ehegattensplittings: Mit 20 Milliarden
Euro im Jahr sponsert Vater Staat Ehepaare in Deutschland. 40 Prozent
davon haben gar kein Kind.
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Datum: 06.07.2012 - 19:46 Uhr
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