Westdeutsche Zeitung: Zwangsanleihen und Vermögensabgaben sind kontraproduktiv = von Lothar Leusche

Westdeutsche Zeitung: Zwangsanleihen und Vermögensabgaben sind kontraproduktiv =
von Lothar Leuschen

ID: 678679
(ots) - Zur Eurokrise ist alles gesagt. Von jedem.
Dieser Eindruck hätte in den vergangenen Wochen und Monaten zumindest
entstehen können. Aber es gibt immer noch ein paar findige Geister,
die in schlechten Zeiten mit noch schlechteren Wortbeiträgen
Aufmerksamkeit erheischen wollen. Einige davon arbeiten im Deutschen
Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Vor ein paar Tagen waren es 160 Wissenschaftler, die in seltener
Eintracht der Bundesregierung die Leviten gelesen haben, um einen Tag
später von 15 mindestens ebenso namhaften Wissenschaftlern eines
besseren belehrt zu werden - versuchsweise, versteht sich. Welcher
Gelehrte lässt sich schon gern vom Gegenteil der eigenen
Unfehlbarkeit überzeugen?

Das alles ist geübte Praxis und in mehr als 60 Jahren
erfrischender Demokratie aus dem Politikbetrieb bestens bekannt.
Dennoch ist nicht nachvollziehbar, was die Experten vom DIW geritten
haben mag, sich allen Ernstes für eine Zwangsanleihe Vermögender beim
Staat starkzumachen. Abgesehen davon, dass die Politik mit so einem
Versuch im Jahre 1984 vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert
ist, verhilft Populismus in der Regel zu eher zweifelhaftem Ruhm. Und
der ist meistens auch nur von kurzer Dauer.

Selbst in Zeiten wie diesen ist außer der Linken noch keine
politische Gruppierung dem Reflex verfallen, den Staat mit dem Geld
der Reichen zu versorgen. Und das hat nichts mit Freundlichkeit zu
tun, sondern mit der Erkenntnis, dass Geld im Notfall schneller weg
ist als die Politiker im Bundestag ihre Hand heben können.
Frankreichs neuer Präsident François Hollande macht gerade die
Erfahrung, wie seine Ankündigung wirkt, den Spitzensteuersatz auf bis
zu 75 Prozent anzuheben. Nun legen viele wohlhabende Franzosen ihr
Geld in Großbritannien an.

Was für Frankreich nicht gut ist, wäre auch für Deutschland


schlecht, ebenso für Spanien, Italien und Griechenland. Wenn Staaten
feststellen, dass sie zu wenig Geld haben, helfen zwei Maßnahmen. Die
eine ist, weniger Geld auszugeben. Die andere ist ein verständliches
Steuersystem, das jeden Bürger, jedes Unternehmen nach Kräften an den
Kosten des Gemeinwesens beteiligt - mit vernünftigen Regeln, ohne
Ausnahmen.



Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de
www.wz-newsline.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Mitteldeutsche Zeitung: zu Bevölkerungsentwicklung in Sachsen-Anhalt Artikelserie Schimmel - Teil 6
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 11.07.2012 - 19:23 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 678679
Anzahl Zeichen: 2705

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Düsseldorf



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 403 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westdeutsche Zeitung: Zwangsanleihen und Vermögensabgaben sind kontraproduktiv =
von Lothar Leuschen
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westdeutsche Zeitung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Kommentar/WZ zur ersten Sitzung des neuen Bundestages: / Schwieriges Parlament ...
Von Lothar Leuschen Der Auftakt ist schon nicht gelungen gewesen. Statt eine möglichst verbindende Rede zu halten, erging sich Alterspräsident Gregor Gysi darin, die Parteiprogrammatik der Linken abzuspulen inklusive der Aufforderung, das Gespräch mit Russland zu suchen. Dass die Abgeordneten de

Kommentar: Die USA sind verloren / zu Trump und den Folgen ...
Von Lothar Leuschen Die Ereignisse überschlagen sich. Nur wenige Stunden, nachdem die USA angekündigt hat, die Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskampf gegen Russland abzubrechen, kommt ebenso aufgeschreckt wie unausgegoren aus der Union in Deutschland der Ruf nach Rückkehr zur allgemein

WZ-Kommentar zu: Lars Klingbeil ist neuer SPD-Fraktionschef ...
Der, auf den es ankommt Von Lothar Leuschen Normalerweise wäre es eine Randnotiz, dass Lars Klingbeil am Mittwoch im Otto-Wels-Saal des Reichstagsgebäudes zum neuen Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt worden ist. Aber in diesen Tagen ist nichts mehr normal, auch nicht, dass die SPD-Fraktion i


Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Zeitung


Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: So viele Single-Haushalte wie noch nie in Deutschland Mal allein schlafen ist in Ordnung LENNART KRAUSE ...
Single sein heißt nicht alleine sein. Das es 2011 mehr Haushalte denn je gab, in denen nur eine Person lebt, ist daher völlig in Ordnung. Es ist weder Anzeichen für eine anonymere Gesellschaft, noch sollte bei Geburtenzählern Panik ausbrechen. Denn der Wunsch nach etwas Einsamkeit ist in uns

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Sächsischer Verfassungsschutz-Präsident tritt zurück Einmaliges Staatsversagen PETER GÄRTNER ...
Bislang hatte sich der sächsische Verfassungsschutz nicht viel vorzuwerfen - zumindest offiziell. Zwar konnte sich das NSU-Terror-Trio jahrelang im Freistaat versteckt halten und von dort aus seelenruhig seine Mordserie vorbereiten. Doch die eklatantesten Fehler wurden von den Kollegen im Nachba

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Zwangsanleihen für Reiche Ende der Schonzeit WOLFGANG MULKE, BERLIN ...
Die Idee einer Sondersteuer für Reiche ist nicht neu. Doch inzwischen sprechen immer mehr Argumente für eine zusätzliche Belastung der oberen Zehntausend. Unser Steuersystem ist darauf ausgelegt, dass jeder Steuerbürger entsprechend seiner Leistungsfähigkeit vom Fiskus zur Kasse gebeten wird

Mitteldeutsche Zeitung: zu Bevölkerungsentwicklung in Sachsen-Anhalt ...
Die neuen Zahlen belegen: Der freie Demografie-Fall wird abgebremst. Vor allem wegen Halle und Magdeburg - alle anderen verlieren weiter. Sowohl für die Binnenwanderung als auch bei den Zuzügen aus anderen Ländern sind die großen Städte die Zugpferde. Es ist eine Abstimmung mit dem Möbelwa


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z