Neues Deutschland: D wie Doping - Kommentar zur Handelsbilanz Deutschlands
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haben erwischen lassen, müssen ihre Auszeichnung zurückgeben. Die
Bestleistung, so sie nachweislich erschummelt wurde, zählt nicht. Was
bei sportlichen Olympiaden Usus ist, gilt in der billionenschweren
Welt der Wirtschaft nicht. Hier zählt nur der Saldo in der
Außenhandels- oder Leistungsbilanz, egal wie er zustande gekommen
ist. Es gilt, im Standortwettkampf den Konkurrenten auszustechen -
»Wettbewerbsfähigkeit« heißt dies im Euphemistendeutsch. Wie im
Leistungssport geht es am leichtesten in Rekordhöhen, indem man sich
unfaire Vorteile verschafft, wobei man sich auch ruhig erwischen
lassen darf. Die Missachtung ökologischer, sozialer und Lohnstandards
bringt wichtige Kostenvorteile. Wenn es dann auch noch mit der
Qualität der Produkte stimmt, kann man sich die Medaille umhängen.
Der Verlierer zahlt die Zeche und muss sich Einsparprogramme
verordnen. Blöd nur, dass das unternehmerische Kalkül die globale
Wirtschaft in Schieflage gebracht hat. Ob auf G20-Ebene, in der OECD
oder in der EU - es gibt bereits erste zaghafte Rufe nach einem
Ausgleichmechanismus, der auch die Überschussländer in die Pflicht
nimmt. Etwa, indem sie die Löhne deutlich erhöhen, was dank der
Überschüsse leicht möglich wäre und die Nachfrage nach ausländischen
Produkten erhöhen würde. Davon will die Bundesregierung nichts
wissen. Sie rät stattdessen den Verlierern, dem deutschen
Erfolgsmodell nachzueifern. Das olympische Wirtschaftsmotto lautet:
Dopt euch doch alle!
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Datum: 13.08.2012 - 18:19 Uhr
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