OV: Drei Tage im Libanon
Thema: Die Papst-Reise in den Nahen Osten
Von Dirk Dasenbrock
ID: 721294
Kirchenoberhaupt im Randgebiet des syrischen Bürgerkriegs. Aber das
wird Benedikt XVI. in seinem Gottvertrauen nicht erschüttern können.
Die Reise steht unter dem Motto "Ich gebe Euch meinen Frieden."
Frieden kann die geschundene Region im Nahen Osten wirklich
gebrauchen. Dort wirkt Religion häufig genug als Auslöser für
tödliche Gewalt. Im Irak bekämpfen sich Sunniten und Schiiten bis
aufs Messer. In Libyen wird der US-Botschafter wegen eines Videos,
das Mohammed verunglimpft, ermordet (vorbehaltlich eines
terroristischen El-Kaida-Hintergrunds). In Ägypten fühlen sich die
christlichen Kopten nach der Revolte gegen das Mubarak-Regime mehr
denn je bedroht. Vom jüdisch-arabisch-palästinensischen Konflikt, der
Ur-Katastrophe der ganzen Region, gar nicht zu reden.
Der Papst kommt aber in den Libanon - und da liegen die Dinge
etwas anders. Dies Land wird seit vielen Jahren von außen bedroht.
Syrien betrachtet das Land als seinen Hinterhof, und Israel scheute
auch keinen Einmarsch. Im Land selbst, auch in der immer noch halb
zerstörten Metropole Beirut, gehen die Konfessionen äußerst
friedfertig miteinander um. Schon gestern gab es im Vorfeld des
Papst-Besuches christlich-muslimische (!) Prozessionen. Sunniten,
Schiiten, Drusen und Christen verschiedener Konfessionen vereint
unter einem Meer aus libanesischen und vatikanischen Fahnen - fast
könnte man angesichts soviel Toleranz auf Besserung hoffen.
Offizieller Anlass des Papst-Besuches ist die Übergabe des
Schlussdokuments der Bischofssynode mit dem Titel "Die Kirche im
Nahen Osten". Das ist wertneutral. Vielleicht geht von dem Besuch
aber auch ein Signal der Hoffnung aus. Vielleicht.
Pressekontakt:
Oldenburgische Volkszeitung
Andreas Kathe
Telefon: 04441/9560-342
a.kathe@ov-online.de
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Datum: 14.09.2012 - 10:31 Uhr
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