Schwäbische Zeitung: Staatsmann Kretschmann - Kommentar
ID: 741606
Ministerpräsident aus Baden-Württemberg sich in offizieller Mission
von Stuttgart nach Ankara bemüht? Natürlich war es in den Siebziger-
und Achtziger-Jahren nicht immer opportun für einen deutschen
Politiker an den Bosporus zu reisen. Doch die düsteren Tage, in denen
die Militärs das Sagen hatten oder die rechtsextremen Grauen Wölfe
den Staat unterwanderten, sind zum Glück vorbei. Wie gut also, dass
Winfried Kretschmann gestern nach Ankara gereist ist, mit einer
großen Delegation aus Geschäftsleuten, Politikern und
Wissenschaftlern. Die Türkei ist für Baden-Württemberg enorm wichtig,
Hunderttausende Türken leben hier, die familiären und
wirtschaftlichen Bande sind eng. Der gemäßigte Islamist,
Ministerpräsident Recep Erdogan, hat die Türkei, gemeinsam mit
Präsident Abdullah Gül, zu einem - in Teilen - modernen Staat
umgestaltet. Das Land ist der wirtschaftliche Motor in der Region, es
hat in den vergangenen Jahren immer mehr Einfluss in der arabischen
und islamischen Welt gewonnen. So mächtig wurde die Türkei, dass
manche in der Nachbarschaft schon fürchten, da würden im 21.
Jahrhundert die Großmachtträume von einem osmanischen Reich
wiederauferstehen. Der sechstägige Besuch des Ministerpräsidenten aus
Stuttgart hat auch politische Bedeutung. Weniger wegen Kretschmanns
Einsatz für eine Aufnahme der Türkei in die EU. So wichtig wie noch
vor einigen Jahren ist das den Türken nämlich längst nicht mehr.
Kretschmanns Eintreten für diese Idee wirkt auch darum etwas
antiquiert, weil selbst türkische Kritiker sehr gut begründen, warum
ihr Land eben nicht in die EU passt. Und den wirtschaftlichen
Austausch mit der Türkei gibt es längst, am visafreien Reiseverkehr
wird gearbeitet. Nein, politisch wichtig ist der Besuch für die
Türken, weil dieser baden-württembergische Ministerpräsident, der
auch Präsident des deutschen Bundesrates ist, dem Nato-Partner Türkei
durch seine Anwesenheit den Rücken stärkt im Konflikt mit Syrien und
Russland.
Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 07561-80 100
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.10.2012 - 21:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 741606
Anzahl Zeichen: 2384
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Leutkirch
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 286 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Staatsmann Kretschmann - Kommentar"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung
Rheinische Post: Spiel mit Athen ...
von Martin Kessler Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble galten einst als unzertrennliches Team. Es einte sie der unbedingte Wille, den Euro zu retten. Bei der jüngsten Jahrestagung des IWF in Tokio hat das Vertrau
Rheinische Post: Die Kritik des Opfers ...
von Lothar Schröder Natürlich ist das ein neues Kapitel für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels: Kein Intellektueller ist diesmal geehrt worden, der die Friedensprobleme der Welt aus übergeordneter Sicht zur Sprache bringt. Diesmal war es ein Opfer. Liao Yiwu ist dem Tode knapp e
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur US-Präsidentenwahl ...
Amerika erlebt die heiße Phase des US-Präsidentschaftswahlkampfes. Bisher war alles einfach. Obamas Wiederwahl schien garantiert: Er führte bei der demokratischen Basis und dominierte die politischen »Schlachtfelder« von Ohio, Michigan, Virginia oder Florida, deren Wechselwähler und UnabhÃ
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Plagiatsvorwürfen gegen Annette Schavan ...
Noch haben erst der Gutachter und der Prodekan ein Urteil gefällt, nicht die Düsseldorfer Universität selbst. Trotzdem wäre es eine Riesenüberraschung, würde Angela Merkel mit Annette Schavan als amtierende Bildungsministerin in den Bundestagswahlkampf gehen. Denn wie wollte der Fakultäts




