Neue OZ: Kommentar zu Kanada / Internet / Kriminalität / Gesellschaft
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Es scheint in der Natur des Menschen zu liegen, sich über
Schwächere zu erheben; Stärke zu finden durch Ausgrenzung anderer.
Hänseleien, Lästereien und üble Streiche jedenfalls hat es schon auf
jedem Schulhof gegeben - ganz zu schweigen von all den Bosheiten und
Gehässigkeiten, die Menschen einander im weiteren Verlauf ihres
Lebens antun.
Doch das rechtfertigt natürlich nicht eine einzige Beleidigung,
Bedrohung, Verunglimpfung oder Demütigung. Denn wohin Mobbing führen
kann, zeigt einmal mehr das Schicksal der 15-jährigen Amanda Todd,
die keinen anderen Ausweg sah als ihren Tod.
Nur langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass Mobbing keine
Unannehmlichkeit am Rande ist, sondern Psychoterror. Wenn aber selbst
Erwachsene keine Grenzen ziehen können - Stichwort Mobbing im Beruf
-, wie sollen es dann Kinder und Jugendliche? Was auch immer sie
bewegt, Mitschüler zu schikanieren - sei es Neid, Naivität oder
Gruppenzwang: Es bedarf offener Augen, Ohren und Herzen, um solchen
Auswüchsen Einhalt zu gebieten.
Es gibt Konflikte, die können Kinder nicht alleine lösen. Weil sie
ihre Sorgen und Ängste zudem nicht immer zu artikulieren vermögen,
müssen Eltern und Lehrer besonders wachsam sein und auch auf
versteckte Hilferufe achten. Vor allem aber dürfen Erwachsene nicht
vergessen, dass sie Vorbilder sind. Sie sollten vorleben, wie viel
Gutes auch in der Natur des Menschen liegt.
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Datum: 21.10.2012 - 22:00 Uhr
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