Neue OZ: Kommentar zu Netzentgelte
ID: 772813
Befreiung vom Netzentgelt, Befreiung von der EEG-Umlage und jetzt
auch noch ein Zückerchen, wenn die Unternehmen kurzfristig ihren
Stromverbrauch deutlich drosseln: Es reicht. Die Bundesregierung muss
Firmen, die sich bei der Finanzierung der Energiewende aus der
Verantwortung stehlen, stoppen.
Dabei ist der Grundgedanke der Ausnahmen für Firmen bei den
Netzentgelten nicht das Schlimmste. Es hinterlässt zwar einen etwas
schalen Nachgeschmack, dass internationale Konzerne trotz Gewinnen in
Milliardenhöhe entlastet werden. Doch wenn die Stromnutzung
tatsächlich ihr Kerngeschäft betrifft, kann die Entlastung mit Blick
auf den Industriestandort Deutschland und seine Arbeitsplätze
sinnvoll sein.
Inzwischen ist diese Idee zu einem Selbstbedienungsladen
verkommen: Jeder nimmt mit, was er kriegen kann. In einigen
Bundesländern wollen schon Golfplätze und kirchliche Einrichtungen
von den Einsparmöglichkeiten profitieren. Stromfresser sind das
sicher nicht. Sogar der Deutsche Wetterdienst - eine
öffentlich-rechtliche Anstalt unter Aufsicht des Verkehrsministeriums
- würde sich am liebsten drücken.
Auf diese Weise werden die Belastungen ungleich verteilt. Der
Verbraucher sitzt in der Strompreisfalle. Er muss die Steigerungen
schlucken und am Ende die Zeche zahlen. Das Ausnahme-System ist damit
ad absurdum geführt, sodass dafür nur eine Lösung bleibt: den Stecker
ziehen.
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Datum: 28.11.2012 - 22:00 Uhr
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