Reporter ohne Grenzen: Freispruch im Sachsensumpf-Prozess wichtiges Signal in Europa
ID: 780943
Journalisten Thomas Datt und Arndt Ginzel im so genannten
Sachsensumpf-Prozess. "Wer in Deutschland öffentliche Ämter
bekleidet, muss sich Kritik gefallen lassen, Journalisten dürfen
deshalb nicht mit dem Strafrecht bedroht werden", sagte Michael
Rediske, Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen in Berlin. "Das
Dresdner Urteil sendet ein wichtiges Signal an andere europäische
Länder, in denen Journalisten dagegen kämpfen, wegen Verleumdung im
Gefängnis zu landen."
Thomas Datt und Arndt Ginzel hatten 2008 über angebliche Kontakte
hochrangiger sächsischer Justizbeamter ins Leipziger Rotlichtmilieu
berichtet und waren im August 2010 wegen übler Nachrede vom
Amtsgericht Dresden zu einer Geldstrafe von jeweils 2500 Euro
verurteilt worden. Reporter ohne Grenzen hat das Verfahren, das sich
über vier Jahre hinzog, heftig kritisiert (http://bit.ly/TPf8Oj). Das
Berufungsurteil des Landgerichts Dresden ist noch nicht
rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft, die in der zweiten Instanz
eine Geldstrafe von je 6000 Euro für die Journalisten gefordert
hatte, äußerte sich bisher nicht zu einer möglichen Revision.
In mehreren europäischen Ländern haben Journalisten in den
vergangenen Monaten - zum Teil vergeblich - dagegen gekämpft, für
kritische Artikel über hochrangige Politiker oder Personen des
öffentlichen Lebens strafrechtlich belangt zu werden. In Italien
lehnte das Parlament Ende November erst in zweiter Lesung einen
Gesetzentwurf ab, der für Journalisten - anders als für sonstige
Personen - Haftstrafen wegen Verleumdung vorsah
(http://bit.ly/RaHlA8). In der Ukraine gingen der Ablehnung eines
härteren Verleumdungsgesetzes im Oktober heftige Proteste von
Journalisten und Medienorganisationen voraus (http://bit.ly/RctFDj).
Die russische Duma verschärfte im Sommer in einem überraschend
eiligen Prozess die Paragrafen zur Verleumdung im Strafgesetzbuch,
die erst im November des Vorjahres liberalisiert worden waren
(http://bit.ly/OC2snJ).
Pressekontakt:
Reporter ohne Grenzen
Ulrike Gruska
Pressearbeit
presse@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de
T: +49 (0)30 202 15 10 - 16
F: +49 (0)30 202 15 10 - 29
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 11.12.2012 - 11:32 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 780943
Anzahl Zeichen: 2517
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Menschenrechte
Diese Pressemitteilung wurde bisher 174 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Reporter ohne Grenzen: Freispruch im Sachsensumpf-Prozess wichtiges Signal in Europa"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Reporter ohne Grenzen e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Fünf Kernpunkte der Rangliste der Pressefreiheit 2026: - Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit fallen mehr als die Hälfte aller Länder und Territorien der Welt in die Kategorien "schwierig" oder "sehr ernst". - "Gut" ist
Drei Jahre unter den Taliban: Bundesregierung lässt afghanische Journalisten im Stich ...
Nur sechs afghanische Journalistinnen und Journalisten haben es bisher geschafft: Sie konnten mit Hilfe von Reporter ohne Grenzen (RSF) über das Bundesaufnahmeprogramm Afghanistan (BAP) nach Deutschland kommen. Zum dritten Jahrestag der Machtübernahme der Taliban zieht die Organisation in einem Be
Reporter ohne Grenzen schockiertüber Gewalt gegen Journalisten in den USA ...
Reporter ohne Grenzen (RSF) ist entsetzt über die Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten in den USA, die nach dem Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd über Proteste gegen Polizeigewalt berichteten. Innerhalb weniger Tage kam es zu mindestens 68 Übergriffen auf Medienschaffende, da
Weitere Mitteilungen von Reporter ohne Grenzen e.V.
DIRTY PROFITS - Milliardengewinne auf Kosten der Menschenrechte / Wie Konzerne und Banken Kasse machen mit gravierenden Umweltzerstörungen und Menschenrechtsverletzungen ...
Alle führenden deutschen Finanzinstitute sind massiv in menschenrechtlich brisante Unternehmen / Konzerne investiert. Dies geht aus der heute zum Internationalen Tag der Menschenrechte veröffentlichten Studie DIRTY PROFITS des NRO-Bündnisses FACING FINANCE hervor. "Viele weltweit agie
Die EU ist kein würdiger Preisträger für den Friedensnobelpreis / Die Hilfsorganisation medico international kritisiert die Ausschlusspolitik der Europäischen Union ...
Die Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international, Mitgründerin der 1997 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen, kritisiert die Verleihung des Friedensnobelpreises 2012 an die Europäische Union: "Ohne Frage hat die E
Journalistenpreis "Schneelöwe 2012" für Weltspiegel-Beitrag von Christine Adelhardt und Andreas Hilmer / Thema Selbstverbrennungen in Tibet / Jury vergibt Recherchestipendium für freie Jo ...
Die International Campaign for Tibet (ICT) hat gestern im Literaturhaus Berlin zum zweiten Mal ihren Journalistenpreis "Schneelöwe 2012" für im Vorjahr erschienene herausragende journalistische Beiträge zu China und/oder Tibet vergeben. Eine unabhängige Jury, bestehend aus der lang
Conterganopfer bei Großer Kammer des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte ...
Die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte entscheidet nun über die Menschenrechtsbeschwerde von Conterganopfern des Contergannetzwerkes Deutschland e.V. Die 5. Sektion des Gerichtshofes hat das Verfahren zur Entscheidung angenommen. Gegen das Urteil der 8 Richt




