NABU kritisiert Bedarfsgesetz für neue Stromautobahnen
ID: 785530
Bundesbedarfsplan-Gesetz, das den künftigen Ausbau von
Höchstspannungs-Stromleitungen in Deutschland regelt.
"Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat mal wieder
Schnelligkeit vor Sorgfalt walten lassen. So wird nun noch vor
Weihnachten eine Gesetzesvorlage auf den Weg gebracht, die dem
benötigten Ausbau der Stromnetze für die Energiewende und der
Akzeptanz in der Bevölkerung einen Bärendienst erweist", kritisierte
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Für die im Bedarfsplan
aufgeführten, länderübergreifenden Vorhaben solle der Rechtsschutz
bei Planungsfehlern und Streitfällen massiv eingeschränkt werden.
Erst nachdem über Trassenkorridore, deren Umweltverträglichkeit und
die Planfeststellung entschieden wurde, dürfe überhaupt die
Netzplanung gerichtlich überprüft werden. "Die im Gesetz vorgesehene
Beschränkung des Klageweges auf eine Instanz beim
Bundesverwaltungsgericht wird daher nicht nur bei Experten, sondern
auch bei betroffenen Bürgern auf großes Unverständnis stoßen", so
Miller.
Bezeichnend für das übereilte Vorgehen des
Bundeswirtschaftsministeriums sei, dass lediglich Wirtschafts- und
Verbraucherverbänden vorab die Möglichkeit für eine Stellungnahme zum
Bundesbedarfsplan-Gesetz eingeräumt wurde. "Obwohl sich die
Umweltverbände bei der Öffentlichkeitsbeteiligung zum
Netzentwicklungsplan umfangreich eingebracht haben, wurden wir nun
nicht einmal gefragt, bevor dessen Ergebnisse in einem Gesetz
festgeschrieben werden. Vor dem Hintergrund, dass auch die
Klagemöglichkeiten von Seiten des Natur- und Umweltschutzes
beschnitten werden, ist so ein Vorgehen inakzeptabel", kritisierte
Miller. Inhaltlich weise das Gesetz aus NABU-Sicht weitere Mängel und
Lücken auf. So sei lediglich ein Pilotprojekt für die Erprobung der
Erdverkabelung zur Übertragung von Gleichstrom ausgewiesen worden.
Der Einsatz innovativer Technologien müsse aber viel stärker
vorangetrieben werden, insbesondere dort, wo die zusätzlichen
Belastungen durch neue Freileitungen für Mensch und Natur besonders
hoch sind.
Die Bundesnetzagentur habe die Übertragungsnetzbetreiber bereits
aufgefordert, auch Alternativen zum bisher berechneten Ausbaubedarf
zu prüfen. Hinzu komme, dass die Annahmen zur künftigen Verstromung
der Braunkohle und zum Ausbau der Offshore-Windenergie nicht mehr der
Realität entsprächen. Diese Erkenntnisse könnten daher schon bald
erneute Änderungen am Bundesbedarfsplan-Gesetz erforderlich machen.
"Der geplante Ausbau der Stromnetze darf von Bundestag und Bundesrat
nicht einfach durchgewunken werden, solange das Gesetz einen
energiewirtschaftlichen Bedarf festschreibt, der angesichts der
aktuellen Entwicklungen bereits in 2013 wieder überprüft werden
muss", so der NABU-Bundesgeschäftsführer.
Originaltext vom NABU
Pressekontakt:
Tina Mieritz, NABU-Energieexpertin, Tel. 030-28 49 84-1611
NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722, -1952
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 18.12.2012 - 12:14 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 785530
Anzahl Zeichen: 3403
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Umweltpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 211 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NABU kritisiert Bedarfsgesetz für neue Stromautobahnen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NABU (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Berlin (voices) Jörg-Andreas Krüger, Präsident (NABU-Bundesverband) zum Themen-Impuls: „3 Wege, wie Unternehmen Nachhaltigkeit neu definieren". Pressekontakt: Jérôme Lombard Pressesprecher Jerome.Lombard@NABU.de Copyright: NABU / Die Verwendung dieses Videos für redaktionelle Zwe
Kuck mal, wer da an der Nessel knabbert - Der NABU will wissen, welche Raupen an Brennnesseln zu finden sind ...
Bei Brennnesseln denken die meisten Menschen an Unkraut und juckende Quaddeln auf der Haut. Die Pflanze hat ein schlechtes Image und wird darum aus vielen Gärten verbannt. "Das ist schade, denn die Brennnessel ist für viele Schmetterlingsraupen eine wichtige Futterpflanze", sagt NABU-Ins
Mehr als eine halbe Million Menschen stellen sich gegen den Abbau von Umweltgesetzen / NABU-Präsident Krüger: Wer Umweltstandards abbaut, ignoriert die Interessen der Bevölkerung ...
Mehr als eine halbe Million Menschen europaweit fordern: Hände weg von unserer Natur! Mit ihrer Unterstützung der Kampagne "Hands Off Nature" senden sie ein deutliches Signal an die EU-Politik: Naturschutz darf nicht dem politischen Druck einzelner Lobbyinteressen geopfert werden. "
Weitere Mitteilungen von NABU
NABU fordert schnelle Entscheidung für mehr Klimaschutz in der EU ...
Anlässlich der heutigen Ratssitzung der EU-Umweltminister in Brüssel fordert der NABU, die seit Langem verschleppten Entscheidungen zur künftigen EU-Klimapolitik bereits im ersten Halbjahr 2013 zu klären. "Bei der UN-Klimakonferenz in Doha hat Polen die gesamte EU in Geiselhaft für
Greenpeace Aktivisten schützen alte Bäume vor Motorsäge / Bayern will 180 Jahre alten Wald fällen ...
Greenpeace Aktivisten protestieren heute für mehr Waldschutz in Bayern. Sie stellen sich in einem Waldgebiet im Spessart (Karte: http://gpurl.de/WDHK0) zwischen Waldarbeiter und Bäume, die zum Einschlag ausgezeichnet sind und heute gefällt werden sollen. "Stoppt die Säge - Waldschutz jet
Anthologie-Ausschreibung: Kurzgeschichten gegen Speziesismus ...
Am 10. Dezember ist der internationale Tierrechtstag. Die Tierrechtsinitiative Maqi nimmt dies zum Anlass, auf die aktuelle Tierrechtssituation hinzuweisen, und ruft dazu auf, Kurzgeschichten für ein antispeziesistisches Anthologieprojekt einzureichen. Rassismus und Menschenrechtsverletzungen si
NABU: Klimagipfel in Doha produziert heiße Luft aber keine CO2-Reduktion - Tschimpke: Noch mehr verpasste Chancen können wir uns nicht mehr leisten ...
Doha - Der NABU zeigte sich von den Ergebnissen der heute zu Ende gegangenen UN-Klimakonferenz in Doha/Katar enttäuscht: Es wurden keinerlei Beschlüsse getroffen, dass die Weltgemeinschaft künftig weniger Treibhausgase verursacht. "Statt sich auf wirksame Maßnahmen zur Reduktion klimasc




