Westfalenpost: Kommentar zur Konjunkturentwicklung in Südwestfalen
Wer als Meinungsbildner in der Öffentlichkeit
vorschnell und laut von einer drohenden Wirtschaftskrise spricht, der
beschwört sie geradezu herauf. Die Zahl von Prophezeiungen auf diesem
Gebiet, die sich selbst erfüllt haben, ist legendär groß. Der
Vorsitzende des Märkischen Arbeitgeberverbandes tut deshalb gut
daran, in der jetzigen Situation das Glas als halbvoll zu bezeichnen
und nicht als halbleer.
Das heißt: Abkühlung, Abschwächung,
Eintrübung der Konjunktur, aber nicht Krise. Noch nicht. Klar ist:
Das Abflauen der Weltkonjunktur, die EU-Schuldenkrise und die
verbreitete Rezession haben Spuren hinterlassen auch in der
südwestfälischen Industrie und am Arbeitsmarkt, aber es ist keine
Spur der Verwüstung.
Die Unternehmen sind in guter
Verfassung, ihre Ertragslage hat sich auf solidem Niveau
stabilisiert, die große Mehrzahl will auf jeden Fall ihre
Stammbelegschaft halten. Das sind ermutigende Nachrichten. Niemand
kann es den Betrieben verdenken, wenn sie in ihrer Verunsicherung
jetzt vorsichtiger investieren.
Der Konjunkturverlauf steht
am Scheideweg. Noch kann es in beide Richtungen gehen. Wenn es läuft
wie im vergangenen Jahr, können alle sehr zufrieden sein.
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Westfalenpost
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Datum: 10.01.2013 - 20:45 Uhr
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