Allgemeine Zeitung Mainz: Werbefreies TV / Kommentar zur Schleichwerbung im ZDF
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Unterhaltungs-Flaggschiff "Wetten, dass...?" sind schnell sortiert.
Die Spekulationen des "Spiegel", der tragische Unfall Samuel Kochs
stehe ich einem Zusammenhang mit der Vermarktung von
Audi-Großkarossen, ist übelster Boulevard. Über einen Unfall, bei dem
sich ein Mensch eine Querschnittslähmung zugezogen hat, spekuliert
kein seriöses Medium in dieser Weise. Damit entwertet der "Spiegel"
seine Exklusiv-Recherche: den erstmals eindeutigen Beleg, dass
"Wetten, dass...?" über Jahre hinweg für Schleichwerbung missbraucht
wurde. Mercedes und Audi haben offenbar Millionensummen dafür
gezahlt, dass ihre Fahrzeuge während der Sendungen in Wort und Bild
herausgestellt wurden. Das verträgt sich schlicht nicht mit dem
öffentlich-rechtlichen Programmauftrag. Der Hinweis des ZDF, diese
Praxis habe es nur für einen kurzen Zeitraum gegeben, ist so lange
eine Nebelkerze, wie die Verträge und Nebenabreden zwischen den
Autoherstellern und der Vermarktungsfirma von Gottschalks Bruder
Christoph nicht offengelegt werden. Unstrittig bleibt ja wohl, dass
bis heute in der Show Fahrzeuge einer einzigen Marke gegen fürstliche
Honorare inszeniert werden. Dass das Thema ausgerechnet jetzt
hochkommt, als die Umstellung von den GEZ-Gebühren auf eine
Haushaltsabgabe auf massive Widerstände bei Unternehmen und Bürgern
stößt, mag kein Zufall sein. Die Sender sollten sogar froh darüber
sein. Am besten sie treten endlich selbst dafür ein, dass die
öffentlich-rechtlichen Programme nicht nur auf Schleichwerbung,
sondern generell auf Werbung verzichten. Nur so werden sie es nämlich
schaffen, gegen die immer größer werdende private Konkurrenz wieder
ein eigenes Profil zu entwickeln.
Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
Regionalmanager
Telefon: 06131/485817
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Datum: 14.01.2013 - 19:48 Uhr
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