Westfalenpost: Kein Anlass zum Optimismus
Kommentar von Martin Korte zum Mursi-Besuch
ID: 806143
Straßenschlachten sterben täglich Demonstranten, das Land steht am
Abgrund - und Präsident Mursi nimmt sich einen Tag Zeit für einen
Staatsbesuch in Deutschland. Das zeigt zweierlei: Mursi ist sich
seiner Sache offenbar sehr sicher. Angst vor einem Umsturz hat er
nicht. Und er braucht Deutschland. Als Fürsprecher auf
internationaler Bühne und als Geldgeber. Selbstverständlich hat
Kanzlerin Merkel ihren Gast aufgefordert, die Menschenrechte zu
wahren und die Religionsfreiheit zu garantieren. Was soll sie auch
anderes sagen? Und selbstverständlich hat Mursi erklärt, sein Land
sei auf dem Weg zum Rechtsstaat. Die Bilder aus Ägypten sprechen
indes eine andere Sprache. Zwischen den politischen Kräften wächst
die Feindschaft, Religionsgruppen stehen sich unversöhnlich
gegenüber. Mursi regiert mit harter Hand, sein Umgang mit der
Verfassung offenbart eine eigenartige Auffassung von Demokratie,
Gerichte sprechen die Todesstrafe inflationär aus. Der Westen ist
ungeduldig. Wir neigen dazu, andere Länder mit unserer Vorstellung
von einem gerechten Staat zu überfordern. Ägypten braucht Zeit. Aber
Mursis Besuch bietet leider keinen Anlass zum Optimismus.
Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion
Telefon: 02331/9174160
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 30.01.2013 - 19:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 806143
Anzahl Zeichen: 1453
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hagen
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 133 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Kein Anlass zum Optimismus
Kommentar von Martin Korte zum Mursi-Besuch"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalenpost (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).




