Neue OZ: Kommentar zu Mali / Konflikte
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Die Mali-Konferenz ist kaum mehr als ein kleiner Mutmacher für das
vom Zerfall bedrohte westafrikanische Land. Das wissen auch die
Gipfel-Teilnehmer. Die Entscheidung fällt auf dem Schlachtfeld. Dabei
sind allerdings die Fronten derart unklar, dass der Ausgang völlig
ungewiss ist. Die gegenwärtigen militärischen Erfolge der rund 4000
involvierten französischen Soldaten können darüber nicht
hinwegtäuschen.
Zu befürchten ist vielmehr ein Katz-und-Maus-Spiel. Die malische
Islamisten-Gruppe um Ansar Dine und die Anhänger der
Dschihad-Bewegung Mujao halten den gleichen Trumpf in der Hand wie
die Taliban in Afghanistan: Sie setzen auf Zeit, verkriechen sich so
lange in ihren Verstecken, bis sie mit möglichst geringem Risiko
zuschlagen können, um aufs Neue ein Schreckensregime im Zeichen der
Scharia zu errichten. Verschärft wird das gefährliche politische
Gebräu durch die zersplitterten Tuareg-Gruppierungen. Deren Kampf um
einen von Mali unabhängigen Nordstaat Azawad hat schließlich den Weg
für Anarchie und Chaos in dem Land geebnet.
Die Ankündigung Frankreichs, die Macht alsbald an die malische
Armee zu übergeben, könnte auch als Drohung verstanden werden: Es
wird schon als Erfolg gewertet, dass mittlerweile jeder Soldat ein
Gewehr besitzt. Ob er die Waffe bedienen kann, steht auf einem
anderen Blatt. Scheitert die im Sommer geplante Parlamentswahl,
weitet sich der Brandherd vor Europas Haustür weiter aus.
Klaus Jongebloed
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Datum: 05.02.2013 - 22:00 Uhr
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