Neue OZ: Kommentar zu Parteien / CDU / Schavan
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Der Rücktritt von Annette Schavan am Wochenende kam wie erwartet,
und es war ein würdiger Abgang. Politisch war die Bildungsministerin
nach der Aberkennung ihres Doktortitels nicht länger zu halten; sie
wäre im Bundestagswahlkampf zur Last für Schwarz-Gelb geworden. Wie
nun Schavans Rechtsstreit mit der Universität Düsseldorf ausgeht und
ob das umstrittene Verfahren gegen sie korrekt war, das sind ganz
andere Fragen.
Angela Merkel war bewusst, dass sie nach dem Rücktritt rasch eine
qualifizierte Nachfolge für Schavan präsentieren musste. Das ist der
Kanzlerin gelungen. Johanna Wanka, genauer: Prof. Dr. Johanna Wanka,
ist alles andere als eine Verlegenheitslösung. Zwar ist sie eine
Kämpferin für die Studiengebühren, ein unpopuläres Thema, das
vermutlich zum Machtverlust der Christdemokraten in Niedersachsen
stark beigetragen hat.
Abgesehen davon aber gilt die 61-Jährige parteiübergreifend als
profilierte, erfahrene Wissenschaftspolitikerin. Ihr ist der
Hochschulbetrieb auch von innen vertraut. Wenn Wanka in dieser Woche
in die Bundesregierung wechselt, braucht sie also keine lange
Einarbeitungszeit. Zugute kommt der Politikerin, dass sie die Sicht
der Länder auf die Bildungslandschaft kennt. Man kann gespannt sein,
ob sie mit dem Wechsel auf die Bundesebene ihre bisherigen Positionen
zu Schule, Forschung und Wissenschaft beibehält.
Christof Haverkamp
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Datum: 10.02.2013 - 22:00 Uhr
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