Neue OZ: Kommentar zu Parteien / Linke / Gysi
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Die langen Schatten der DDR-Vergangenheit wird Gregor Gysi einfach
nicht los. Immer wieder geriet der Linken-Fraktionschef in den
vergangenen Jahren in Verdacht, einst mit der Stasi
zusammengearbeitet zu haben. Bislang konnte der gewiefte Jurist alle
Vorwürfe abwehren. Reflexartig sieht der Berliner im
Ermittlungsverfahren gegen ihn eine Kampagne, der Linken im
Bundestagswahlkampf zu schaden.
Klar ist: Die neuen Anschuldigungen belasten den bekanntesten Kopf
der Linken stark. Die Partei hat zwar vor drei Wochen ein gleich
achtköpfiges Spitzenteam für die Bundestagswahl vorgestellt. Gysi
nimmt darin allerdings die zentrale Position ein. Auch wenn sich die
Genossen nun demonstrativ hinter ihn stellen, dürfte es in der Partei
brodeln. Gysis Immunität wurde bereits aufgehoben, die
Staatsanwaltschaft prüft, ob er eine falsche eidesstattliche
Versicherung abgegeben hat. Sollte dies nachgewiesen werden, drohen
dem Politiker drei Jahre Haft.
Je mehr in Gysis Vergangenheit und seinem Verhältnis zur Stasi
herumgestochert wird, desto mehr könnte er vor allem bei den
westdeutschen Landesverbänden der Linken an Rückhalt verlieren. Die
nehmen ihm ohnehin seine Kritik an Oskar Lafontaine auf dem letzten
Parteitag in Göttingen übel. Ein SED-Opferverband fordert Gysi
bereits auf, sein Amt vorerst ruhen zu lassen. Das weist er zurück,
einer, der in der Causa Wulff noch rasch Konsequenzen verlangte.
Marcus Tackenberg
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Datum: 10.02.2013 - 22:00 Uhr
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