Stuttgarter Zeitung: Rhetorikexperte: Aschermittwochsreden der Politiker weniger derb als früher
ID: 813230
haben nach Einschätzung des Tübinger Rhetorikprofessors Dietmar Till
in den vergangenen Jahren an Schärfe eingebüßt. Das Ausmaß an
Unverschämtheiten in den Reden sei geringer geworden, sagte Till der
"Stuttgarter Zeitung" (Dienstagausgabe). "Politiker sind sehr
vorsichtig geworden in all ihren Äußerungen, weil alles durch Medien
aufgezeichnet und dann schnell in die ganze Welt verteilt werden
kann", erläuterte Till.
Der Rhetorikexperte erinnerte an Sätze des langjährigen CSU-Chefs
und bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, die noch
immer durch die Presse geisterten. Als Beispiel nannte Till, wie
Strauß in den 70er Jahren die sozialliberale Koalition im Bund einmal
als "Saustall" beschimpfte.
Heute sei die politische Redekultur in Deutschland insgesamt "eher
langweilig". Kanzlerin Angela Merkel werde zu Recht vorgeworfen, sie
würde sich in keiner Rede positionieren. "Sie verwendet wenig
konkrete und oft sehr diffuse Begriffe, ihre Stimme und ihr Auftreten
sind stark zurückgenommen."
Beim SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück sieht der Tübinger
Professor ebenfalls rhetorische Schwächen. Steinbrück sei zwar fähig,
kraftvoll zu sprechen, so Till mit Blick auf dessen geplanten
Auftritt im bayerischen Vilshofen. "Sein Hang zur Ironie könnte
allerdings zum Problem werden, weil die in der politischen
Kommunikation fast nie gut ankommt". Zudem sei Steinbrück, seit er
Kanzlerkandidat ist, rhetorisch vorsichtig. Er wirke regelrecht
gehemmt.
Pressekontakt:
Stuttgarter Zeitung
Redaktionelle Koordination
Telefon: 0711 7205-1225
newsroom.stuttgarterzeitung@stz.zgs.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 12.02.2013 - 05:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 813230
Anzahl Zeichen: 1911
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Stuttgart
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 231 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Stuttgarter Zeitung: Rhetorikexperte: Aschermittwochsreden der Politiker weniger derb als früher"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Stuttgarter Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Mit dem Votum von Grünen und FDP zugunsten von Sondierungsgesprächen mit der SPD ist noch keine Entscheidung für eine Ampel gefallen. Aber eine Vorentscheidung. Beiden Parteien ist klar geworden, dass die Union derzeit weder regierungsfähig noch regierungswillig ist. (...) Grüne und Liberale
"Stuttgarter Zeitung" zum Anschlag in Würzburg ...
Die Persönlichkeit und die Entwicklung des Täters müssen genau untersucht werden. Denn nur so lassen sich Verbrechen dieser Art verhindern. Die wichtigste offene Frage: Was hat dieser 24-Jährige die ganze Zeit, immerhin sechs Jahre, in Deutschland gemacht? Gab es Sprach- und Integrationskurse? H
Die "Stuttgarter Zeitung" kommentiert die Beobachtung der "Querdenker" durch den Verfassungsschutz: ...
Wo das Querdenken zur bloßen Quertreiberei missrät, sind Kollisionen mit Recht und Gesetz unvermeidlich. Querdenken kann auch ins Abseits führen, etwa in einen braunen Sumpf. Das lässt sich am Beispiel der gleichnamigen Organisation besichtigen, die in Stuttgart zu Hause, aber längst bundesweit
Weitere Mitteilungen von Stuttgarter Zeitung
Kölner Stadt-Anzeiger: Opferverbände: Gysi soll Ämter ruhen lassen ...
Köln. Der Vorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Rainer Wagner, hat Linksfraktionschef Gregor Gysi aufgefordert, seine Ämter während der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen ihn ruhen zu lassen. "Es ist gut, dass sich die Staatsanwaltscha
Kölner Stadt-Anzeiger: Kardinal Joachim Meisner zum Papst-Rücktritt: Der nächste Papst sollte eine Mischung aus Wojtyla und Ratzinger sein ...
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat im "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstagsausgabe) seine Erwartungen an den Nachfolger von Papst Benedikt XVI. geäußert. Meisner: "Wenn ich einen ersten Blick über diesen Moment hinaus in die Zukunft werfe, dann müsste der neue Papst sich
Kölner Stadt-Anzeiger: Papst Benedikt XVI. war über Kardinal Joachim Meisners geänderte Haltung zur "Pille danach" informiert ...
Im Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstagsausgabe) hat der Kölner Kardinal Joachim Meisner betont, dass der Papst von der Revision seiner Position zur "Pille danach" gewusst habe. Meisner: "Meine Erklärung war mit der Glaubenskongregation und der Päpstli
Stuttgarter Zeitung: Kommentar zum Fall Gysi ...
Die Vorwürfe sind größtenteils nicht neu, denen sich der Linke-Fraktionschef Gregor Gysi ausgesetzt sieht. Im Kern dreht sich dieser nun schon Jahrzehnte andauernde Streit um die Frage, wie eng er als Rechtsanwalt in der DDR mit der Stasi zusammengearbeitet hat und ob er ihr gar als gewissenl




