Neue OZ: Kommentar zu Arbeitsmarkt / Konjunktur
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Wie tief die Beschäftigten in Deutschland doch gefallen sind: Seit
drei Jahren schon steigen die Löhne real an. Und doch ist immer noch
nicht das Bruttoniveau des Jahres 2000 erreicht. Ökonomisch harte
Zeiten und viele Reformen haben tiefe Spuren hinterlassen, wie das
WSI-Institut erneut belegt hat. Mit anderen Worten: Auch Deutschland,
das im Vergleich zu etlichen EU- Krisenstaaten vergleichsweise gut
dasteht, ist keineswegs ohne Blessuren geblieben, sondern hinkt
besseren Zeiten hinterher. Es gibt mithin keinen Grund, sich
zurückzulehnen, dafür aber allen Anlass, hart für bessere Einkommen
zu kämpfen.
Dies ist schon aus konjunkturellen Gründen erforderlich. In
Zeiten, in denen die Nachfrage aus dem Ausland schwankt, spielt die
Binnennachfrage eine umso größere Rolle. Faire, leistungsgerechte
Löhne und Gehälter sowie eine angemessene Beteiligung an
Produktivitätsfortschritten sind unabdingbar. Zwar müssen die
Tarifpartner auch die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft stets im
Blick behalten, doch darf sie nicht das einzige Kriterium zur
Beurteilung von Lohnfragen sein. Interessant auch, dass die Einkommen
aus Vermögen und Unternehmensgewinnen nominal deutlich stärker
gestiegen sind als die Arbeitseinkommen. Wen wundert da noch die
wachsende Kluft zwischen Arm und Reich? Und wen die immer wieder
aufflammende Debatte um Verteilungsgerechtigkeit?
Uwe Westdörp
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Datum: 12.02.2013 - 22:00 Uhr
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