Westfalenpost: Sinkende Betreuungsqualität an den Hochschulen
Der Standort Deutschland braucht bestens
ausgebildete junge Menschen mehr denn je. Da passt es ja gut, dass
die Studentenzahlen neue Rekordwerte erreichen. Das ist ebenso
erfreulich, wie es dank der doppelten Abiturjahrgänge vorhersehbar
war. Allein: Jetzt steht die Bildungspolitik ratlos vor diesen 2,5
Millionen studierwilligen Jugendlichen, und es fehlt an allem: an
Professoren, an bezahlbaren Unterkünften, an der kompletten sozialen
Infrastruktur.
Die Situation kommt nicht überraschend.
Schon lange warnen die Hochschulen vor den drohenden
Betreuungsproblemen. Und dennoch gibt es in der Bildungsrepublik
Deutschland keine Steuerungsinstrumente, mit denen vorbedacht einer
erwünschten und erwarteten Lage begegnet werden kann. Peinlich!
Natürlich liegt das auch daran, dass Bildungspolitik Ländersache ist,
und die Universitäten den Landesregierungen zwar lieb, aber nicht
immer teuer genug sind. Aber das ist nur ein Defizit. Die notorische
Schwerfälligkeit des Bildungsapparates ist einfach nicht mehr
zeitgemäß.
Was jetzt passiert, bezeichnet man mit dem
schönen Begriff Schweinezyklus. Denn wenn irgendwann endlich mehr
Professoren, mehr Mensaplätze und mehr Wohnheimbetten bewilligt
worden sind, dürften die Studierendenzahlen wieder rückläufig
sein.
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Datum: 27.02.2013 - 19:13 Uhr
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