Neue OZ: Kommentar zu Medien / Verlage
ID: 824245
Dies darf noch einmal der Augenblick stark gemischter Gefühle
sein: Erleichterung, weil es eine starke und traditionsreiche
überregionale Zeitung, wenn auch massiv verschlankt, doch noch in die
Zukunft schaffen könnte. Amüsierte Verwunderung, weil ausgerechnet
der politische Erzgegner früherer Jahre, die konservative FAZ, das
aufrecht linksliberale Blatt übernimmt. Die großen politischen Lager
und Grabenkämpfe der jüngeren Bundesrepublik fanden kaum irgendwo so
gewichtig ihren Niederschlag wie in diesen beiden Zeitungen. Berühmt
sind die Versuche von Alt-68ern, nur den Kulturteil der FAZ zu
abonnieren, weil der so gut und eben nicht ganz so "rechts" war wie
der politische Teil. Nun geht dieses Kapitel deutscher
Zeitungsgeschichte zu Ende. Bleibt die Neugier: Worin wollen sich
beide Blätter denn künftig voneinander unterscheiden?
Christine Adam
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Datum: 27.02.2013 - 22:00 Uhr
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