Neue OZ: Kommentar zu Brics/Brasilien/Russland/Indien/China/Südafrika
ID: 842581
Vom "Kern einer neuen Weltordnung", wie es sich Moskau wünscht,
sind die BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und
Südafrika noch weit entfernt. Stattdessen ist an einigen Stellen der
Lack ab: Das Wachstum lässt nach, auch wenn es im Vergleich zu den
Industrienationen noch immer hoch ist. Enttäuschte Investoren pumpen
Geld lieber etwa in die Philippinen und nach Nigeria - oder zu alten
Bekannten wie Japan und den USA. Kühne Prognosen, dass die USA bald
vom Thron gestoßen werden, haben sich bisher nicht bewahrheitet.
Grund für das gebremste Wachstum ist dabei ausgerechnet die
Stagnation in den entwickelten Ländern - vor allem der Euro-Zone.
Gerade Südafrika wird davon hart getroffen, denn das Land exportiert
ein Drittel seiner Fertigwaren dorthin. Hinzu kommt im Falle Chinas
die alternde Gesellschaft oder in Indien die schwache Infrastruktur.
Dass die Schwellenländer nun eine eigene Entwicklungsbank gründen
wollen, sollte nicht überbewertet werden: Sie werden es nicht so
schnell schaffen, die Dominanz von sieben Jahrzehnten durch die
konkurrierende und westlich geprägte Weltbank zu brechen. Es ziehen
wohl noch viele Jahre ins Land, bis die neue Institution überhaupt
ihre Arbeit aufnimmt. Denn bei der Umsetzung gestalten sich die
Verhandlungen der BRICS - die alle ihre eigene Agenda verfolgen -
schwierig. Die Staatengruppe muss mehr Tempo vorlegen, will sie nicht
als Debattierklub geschmäht werden.
Fabian Löhe
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Datum: 26.03.2013 - 22:00 Uhr
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