Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen/Bertelsmann

Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen/Bertelsmann

ID: 842582
(ots) - Rückschwenk

Sex sells: Das haben nach dem großen Erfolg der
Bertelsmann-Tochter Random House mit den "Fifty Shades"-Romanen alle
gelernt, die Bücher für eine aussterbende Gattung hielten. Und obwohl
in diesem Fall digitale Verkäufe eine besondere Rolle spielen, bleibt
auch das gedruckte Buch gefragt. Der Medienriese besinnt sich dadurch
einerseits auf seine Wurzeln, andererseits auch wieder nicht: Mit
Büchern begann der Aufstieg von Bertelsmann, allerdings mit
christlichen. SM-Lektüre passt nicht recht dazu, wie auch die Thesen
von Thilo Sarrazin, einem anderen Ertragsbringer im
Bertelsmann-Buchgeschäft. Gut ist, was sich rechnet: Diesem Prinzip
folgen die Gütersloher seit Jahren. Da ist es nur konsequent, dass
ein Finanzexperte wie Thomas Rabe an der Konzernspitze steht. Vorbei
sind die Zeiten, in denen Bertelsmann auf die Zukunft wettete und
viel Geld ins Pay-TV oder den Aufbau des Internetgeschäfts steckte.
Kaufmännische Vorsicht prägt die Tochter Gruner+Jahr,
journalistischer Ehrgeiz muss dahinter zurückstehen. Das war lange
nicht so. Und RTL ist zum Spielball geworden: Jetzt sind Miteigner
wieder willkommen, obwohl man erst 2007 einen früheren
RTL-Großaktionär aus dem Konzern herausgedrängt hat. Rückschwenk
lautet die Devise auch im Musikgeschäft, seit sich dort wieder Geld
verdienen lässt. Man kann sich auf diese Art durchwurschteln.
Sex-Appeal aus Sicht von Investoren erlangt man so nicht.

Norbert Meyer



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Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207



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Datum: 26.03.2013 - 22:00 Uhr
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