Stuttgarter Zeitung: Leitartikel zu Wulff

Stuttgarter Zeitung: Leitartikel zu Wulff

ID: 849768
(ots) - Die Staatsanwälte sind den extrem hohen
Ansprüchen, die das erste Ermittlungsverfahren gegen einen
Bundespräsidenten verlangt hat, nicht gerecht geworden. Ihre
Recherchen schossen in Umfang, Detailversessenheit und
Personalaufwand über das angemessene Maß hinaus. Sie übten
unziemlichen Druck auf die Beschuldigten aus, sie agierten mit
bedenklichen juristischen Winkelzügen.

Die Dürre der verbliebenen Vorwürfe zwingt Fragen auf. War es
überhaupt nötig, ein Ermittlungsverfahren einzuleiten? Ja, denn die
Indizien für ein juristisches Fehlverhalten waren hinreichend stark.
Ist eine Anklage richtig? Nein, die Staatsanwälte hätten über ihren
Schatten springen und Wulff ein faires Angebot zur
Verfahrenseinstellung anbieten sollen. Wäre aber damit nicht Wulffs
Rücktritt als Bundespräsident überflüssig gewesen? Nein, denn ein
Politiker muss nicht nur allgemeine rechtliche, sondern besondere
moralische Maßstäbe erfüllen.

Wulff hatte sich in ein ungutes Beziehungsgeflecht zu
Wirtschaftsgrößen begeben; er hat dem niedersächsischen Landtag die
Wahrheit verschwiegen; er hat aus Schloss Bellevue heraus versucht,
unliebsame Berichterstattung zu unterdrücken; und er war als
Staatsoberhaupt unter Verdacht nicht mehr handlungsfähig. Es waren
diese Gründe, die zum Rücktritt führten. Der bleibt menschlich
tragisch, aber politisch richtig.



Pressekontakt:
Stuttgarter Zeitung
Redaktionelle Koordination
Telefon: 0711 7205-1225
newsroom.stuttgarterzeitung@stz.zgs.de



Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  DAtF baut auf konstruktiven Dialog zu offenen Fragen des Endlager-Kompromisses Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Endlagersuche
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 09.04.2013 - 21:07 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 849768
Anzahl Zeichen: 1699

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Stuttgart



Kategorie:

Innenpolitik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 184 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Stuttgarter Zeitung: Leitartikel zu Wulff"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Stuttgarter Zeitung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten zur Ankündigung von Grünen und FDP, mit der SPD zu sondieren ...
Mit dem Votum von Grünen und FDP zugunsten von Sondierungsgesprächen mit der SPD ist noch keine Entscheidung für eine Ampel gefallen. Aber eine Vorentscheidung. Beiden Parteien ist klar geworden, dass die Union derzeit weder regierungsfähig noch regierungswillig ist. (...) Grüne und Liberale

"Stuttgarter Zeitung" zum Anschlag in Würzburg ...
Die Persönlichkeit und die Entwicklung des Täters müssen genau untersucht werden. Denn nur so lassen sich Verbrechen dieser Art verhindern. Die wichtigste offene Frage: Was hat dieser 24-Jährige die ganze Zeit, immerhin sechs Jahre, in Deutschland gemacht? Gab es Sprach- und Integrationskurse? H

Die "Stuttgarter Zeitung" kommentiert die Beobachtung der "Querdenker" durch den Verfassungsschutz: ...
Wo das Querdenken zur bloßen Quertreiberei missrät, sind Kollisionen mit Recht und Gesetz unvermeidlich. Querdenken kann auch ins Abseits führen, etwa in einen braunen Sumpf. Das lässt sich am Beispiel der gleichnamigen Organisation besichtigen, die in Stuttgart zu Hause, aber längst bundesweit


Weitere Mitteilungen von Stuttgarter Zeitung


DAtF baut auf konstruktiven Dialog zu offenen Fragen des Endlager-Kompromisses ...
Die aktuelle Verständigung zwischen Bund und Ländern mit dem Ziel, die über Jahrzehnte politisch offene Frage der Endlagerung für hochradioaktive Abfälle überparteilich zu lösen, ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Inhaltlich ist dabei besonders hervorzuheben, dass der Salzstock Gorle

Mittelbayerische Zeitung: Familien(politik) in der Ideologiefalle Kritik an bestehenden Leistungen muss möglich sein, ohne gleich in eine bestimmte Ecke gestellt zu werden. Von Maria Gruber ...
Als Unions-Fraktionschef Volker Kauder vor Monaten das Elterngeld in Frage stellte, löste er einen Sturm der Kritik aus. Diese Reaktion ist angesichts der hohen Beliebtheit dieser Leistung nachvollziehbar. In Umfragen liegt die Zustimmung zum Elterngeld stets bei etwa 70 Prozent - und das, obwoh

Weser-Kurier: Zu den Ermittlungen gegen Christian Wulff schreibt der "Weser-Kurier" (Bremen) in seiner Ausgabe vom 10. April 2013: ...
Das Blatt hat sich gewendet. Christian Wulff muss sich seiner Sache schon sicher sein, wenn er einen Vergleich ablehnt und eine Anklage riskiert. Er will keine halben Sachen und keinen faulen Kompromiss. Seine Weste soll wieder rein sein, nicht nur sauber. Verständlicherweise. Und es sieht so a

Westfalen-Blatt: das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Atommüllendlager ...
Fast 35 Jahre galt Gorleben als einzig möglicher Standort, der als Atommüllendlager infrage kommt. Künftig nicht mehr. Das ist die Nachricht, die Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) nach einem Spitzentreffen mit seinen Länderkollegen verkünden konnte. Die Suche kann von vorn beginnen. Na


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z