WAZ: Sparen muss sich wieder lohnen
- Kommentar von Ulf Meinke
ID: 859136
Das klingt paradox, fast so, als räume ein Fischhändler freiwillig
ein, sein Fisch sei nicht frisch. Widerspruch hin oder her: Natürlich
steckt mehr dahinter, wenn die Sparkassen landauf und landab über
niedrige Zinsen klagen. Zum einen greifen sie den berechtigten Unmut
ihrer Kunden auf, die vergeblich darauf warten, dass es sich endlich
wieder auszahlt, Geld auf die hohe Kante zu legen. Zum anderen wollen
die Sparkassen wohl klarmachen, dass nicht sie, sondern die
Notenbanken und Europas Politik maßgeblich für die historisch
niedrigen Zinsen verantwortlich sind. Um erneut das Bild vom
Fischhändler zu bemühen: Die Sparkassen stellen den Lieferanten an
den Pranger, der seit Monaten nur Fische liefert, die den Kunden kaum
schmecken. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass es den meisten
Sparkassen alles andere als schlecht geht. Angesichts globaler
Turbulenzen vertrauen viele Kunden ihr Geld lieber bodenständigen
Instituten vor Ort an. Da verblüfft es kaum, dass auch die Gewinne
vieler kommunaler Geldhäuser gestiegen sind. Entsprechend sollten die
Sparkassenchefs den Spielraum nutzen, wenn es darum geht, treuen
Kunden gute Zinsen anzubieten. In Sachen Niedrigzins-Politik können
die Sparkassen in Wermelskirchen, Heinsberg oder Radevormwald
allerdings kaum etwas ausrichten. Die Europäische Zentralbank ist
gefordert.
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Datum: 23.04.2013 - 19:26 Uhr
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