Neue OZ: Kommentar zu Auto/Daimler
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Mit einem Blick auf die glänzenden Zahlen des alten Kontrahenten
BMW vor wenigen Wochen sieht die Quartalsbilanz bei Daimler noch
düsterer aus. Konzernchef Dieter Zetsche musste zum zweiten Mal
innerhalb von sechs Monaten die Erwartungen für das laufende Jahr
zurückschrauben. Da kann das neue Modell der A-Klasse noch so gut
laufen, die Rendite der Kompaktmodelle ist trotz teilweise horrender
Preise nicht hoch genug.
Bei diesem Punkt hat Daimler seit Jahren ernsthafte Probleme.
Angepeilt ist ein Wert von zehn Prozent Umsatzrendite, aktuell steht
eine Drei vor dem Komma. Hier zeigt sich, dass Daimler seine Autos zu
teuer baut. Die Produktion ist weit weniger flexibel als bei VW oder
Audi, von BMW ganz zu schweigen. Gerade die Münchner haben es in den
vergangenen Jahren verstanden, immer wieder hervorragende Bilanzen
vorzulegen - sie behalten nach dem Branchenprimus Porsche bei jedem
verkauften Auto deutlich mehr in der Tasche als Audi und Daimler,
quer durch alle Baureihen.
Der Aufsichtsrat hat Zetsche heftig unter Druck gesetzt, als er
dessen Vertrag nicht wie erwartet um fünf, sondern nur um drei Jahre
verlängerte. Daimler ist mit seinen Produkten zweifellos auf dem
richtigen Weg, aber die Konkurrenz ist schon weiter - beim Ertrag pro
verkauftes Auto ebenso wie beim Image. Und das Crashtest-Desaster des
Kleintransporters Citan wird das Vertrauen in den Stern auch nicht
gerade stärken.
Gerhard Placke
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Datum: 24.04.2013 - 22:00 Uhr
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