Allg. Zeitung Mainz: Keine Papiertiger / Kommentar zum Mindestlohn
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massenhaft unterlaufen werden, ist wahrlich nicht neu. Dieses Problem
gibt es schon seit Jahren und ist zudem nicht nur auf den Mindestlohn
beschränkt. So hat beispielsweise auch der Leiharbeitssektor nach wie
vor heftig mit Lohndumping zu kämpfen. Je erfolgreicher nämlich die
Gewerkschaften Mindeststandards für Leih- und Zeitarbeit durchsetzen,
desto häufiger werden diese Standards durch Werkverträge umgangen.
Der Lohnbereich ist ein gutes Beispiel dafür, warum es wichtig ist,
dass wir keine reine, sondern eben eine soziale Marktwirtschaft
haben. Die Idee dieses Konzepts: Der Staat greift dann ein, wenn es
das freie Spiel der Kräfte nicht zu regeln vermag. Und genau das ist
im Lohnsektor der Fall, wie insbesondere die Missstände im Bausektor
zeigen. Wir können uns nicht damit abfinden, dass Löhne bis uns
Unerträgliche gedrückt und die Beschäftigten entsprechend unter Druck
gesetzt werden, weil immer mehr Billig-Arbeitskräfte aus dem Ausland
angeworben werden. Stoppen lässt sich diese Spirale wiederum nur,
wenn sichergestellt werden kann, dass die Unternehmen sich auch an
die vereinbarten Mindeststandards halten. Und dazu braucht es
Kontrollinstanzen, die stark sein müssen und keine Papiertiger sein
dürfen. Instanzen im Übrigen, von denen am Ende auch die Betriebe
profitieren. Denn wenn sich alle daran halten müssen, haben die
Billig-Kolonnen aus dem Ausland keine Chance. Bevor wir uns also
darüber unterhalten, ob ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt
werden soll, müssen wir dafür sorgen, dass die Kontrollinstanzen
schlagkräftig genug sind, um bestehende oder künftige Standards auch
durchzusetzen zu können. Und genau hier gibt es noch viel zu tun.
Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
Regionalmanager
Telefon: 06131/485817
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Datum: 25.04.2013 - 19:13 Uhr
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