Rheinische Post: Lufthansa-Blamage
= Von Antje Höning
ID: 867818
Wolfgang Mayrhuber zweimal seine Meinung zu der Frage, ob er
Aufsichtsrats-Chef der Lufthansa werden will oder nicht. Und das
ganze Hickhack wurde vom Unternehmen per Pflichtmitteilungen an die
Börse ausgebreitet. So unprofessionell erlebte man einen Dax-Konzern
selten. Die Lufthansa schiebt die Schuld (ausländischen) Anlegern zu,
die Mayrhuber nicht wollten. Das ist zu simpel. Erstens ist es
vornehmstes Recht der Aktionäre, über ihre Vertreter im Aufsichtsrat
zu befinden. Zweitens haben die Kritiker gute Argumente. Der
Österreicher sitzt bereits in sechs Aufsichtsräten. Wie hat er da
noch Zeit, einen Krisenkonzern zu kontrollieren? Zudem war er es, der
als früherer Vorstandschef die Lufthansa mit in die Krise führte -
etwa durch den verspäteten Ausbau der Germanwings. Nun soll
ausgerechnet er die Aufräumarbeiten kontrollieren? Mayrhuber hat die
gesetzlich vorgeschriebene "Abkühlungszeit" erfüllt, eine
Fehlbesetzung bleibt er. So macht der Fall Lufthansa auch deutlich,
wo die Schwächen im deutschen Aktienrecht liegen.
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Datum: 07.05.2013 - 20:37 Uhr
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