Westfalenpost: Westfalenpost zum Demografie-Gipfel
Deutschland schrumpft: Wer in der Zukunft nicht
alt aussehen will, muss heute die Weichen für einen demografiefesten
Umbau der Sozialsysteme stellen. Dabei fällt der Zuwanderung eine
wachsende Bedeutung zu. Längst geht es nicht mehr um das Ob, sondern
um das Wie der Aufnahme von qualifizierten Fachkräften.
Geprägt war der Demografiegipfel durch Absichtserklärungen
und gute Wünsche. Kanzlerin Merkels Appell an Arbeitgeber,
familienfreundliche Zeitmodelle anzubieten, trifft bei Unternehmern
auf offene Ohren. Gut ausgebildete Frauen, die nach der Geburt auf
Teilzeit wechseln, verlangen ein Rückkehrrecht auf eine volle Stelle
- im Wettbewerb um Fachkräfte können Arbeitgeber punkten. Auch
Kommunen und Kirchen müssen einen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit
von Familie und Beruf leisten, mit elternfreundlichen Kita-Zeiten.
Auf dem Land wird die Daseinsvorsorge zur Existenzfrage.
Ohne Schulen, Kitas und Lehrstellen wird die Landflucht junger
Menschen zunehmen. Attraktive Großstädte werden den demografischen
Wandel durch Zuwanderung weitgehend meistern, Landgemeinden aber
droht die Entvölkerung. Kommunen müssen Mehrgenerationenhäuser und
mehr Wohnquartiere für Alte und Junge planen, damit künftig neben
Rollatoren auch noch Kinderwagen durch den Ort rollen können.
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Datum: 14.05.2013 - 20:41 Uhr
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