Südwest Presse: Kommentar zu Geothermie
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Geothermie hat keinen guten Lauf in Süddeutschland und der Schweiz.
Der Vorfall von St. Gallen ist nur die jüngste in einer Reihe böser
Überraschungen. Einst galt die Wärme aus der Tiefe als großer
Hoffnungsträger der Energiewende - nun murmeln Experten eher
ernüchtert vom "großen Forschungsbedarf". Vielleicht braucht es hin
und wieder solche Dämpfer, um den Glauben an die Machbarkeit in
Schranken zu weisen. Die Mahnung aus dem Untergrund kommt zu einem
Zeitpunkt, zu dem manche erneut von einem neuen Zeitalter billiger
Energie schwärmen: Mittels "Fracking" sollen Massen an Schiefergas
aus der Erde gepumpt werden. Öl und Gas im Überfluss werde die
Energiewende schon bald lächerlich aussehen lassen, sinnieren
besonders euphorische Befürworter. Das unerwartete Beben in einer
Region, die Experten für sicher hielten, erinnert daran, wie wenig
man tatsächlich über Risiken von Bohrungen weiß, die tausende Meter
tief ins Gestein vordringen. Forschungen haben oft nur begrenzte
Aussagekraft: Techniken, die in manchen Regionen funktionieren,
können in anderen geologischen Gefilden untauglich sein. In
Deutschland tut man deshalb gut daran, größte Vorsicht walten zu
lassen. In einem der am dichtesten besiedelten Länder der Welt haben
Erdbeben und verschmutztes Grundwasser andere Folgen als etwa in der
Einöde von Colorado.
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
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Datum: 21.07.2013 - 18:57 Uhr
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