Westfalenpost: Westfalenpost zur Neueinstellung von Polizisten
Ein Lieblingsmodewort unserer Politiker lautet
bekanntlich "alternativlos". Diese Vokabel könnte auch sehr schön im
Hinblick auf die 1500 jungen Polizeianwärter verwendet werden, die im
kommenden Jahr ihre Ausbildung beginnen sollen. Schon hinsichtlich
der absehbaren Pensionszahlen ist es ja unabdingbar, den
entsprechenden Nachwuchs im Blick zu behalten. Aber auch angesichts
der grundsätzlichen Gesellschaftsentwicklung ist eine Aufstockung des
Polizeipersonals schlichtweg dringend geboten.
Doch es wird
nicht reichen, allein am Personalschlüssel zu drehen und den
natürlich notwendigen Sparkurs des Landeshaushalts mit der ebenfalls
notwendigen Polizeistärke quantitativ gegen zu rechnen. Die
Ausbildungskampagne muss vielmehr von einer sehr deutlichen und
nachhaltigen Aufklärungsoffensive flankiert werden. Es gilt, die
Stellung der Polizei innerhalb unseres Gemeinwesen auf breiter Front
endlich wieder aufzuwerten. Der Respekt vor den uniformierten
Ordnungshütern hat in den vergangenen Jahren auf dramatische Weise an
Bedeutung verloren; eine bittere Erfahrung, die gerade die
Streifenpolizisten vor Ort immer wieder buchstäblich am eigenen Leib
erfahren müssen.
In einem alarmierenden Klima zunehmender
Verrohung und mangelnder Achtung vor dem Nächsten sieht sich die
Polizei immer häufiger aus der ihr zugewiesenen Beschützerrolle in
die hilflose Opferrolle regelrecht hineingeprügelt. Natürlich wollen
wir weder einen Obrigkeits-, noch gar einen Polizeistaat. Dennoch
muss gewährleistet sein, dass die demokratisch legitimierte (und
kontrollierte) Polizeiarbeit auf einem Fundament der grundsätzlichen
Anerkennung ihrer Ordnungsfunktion verrichtet werden kann.
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Datum: 21.07.2013 - 20:59 Uhr
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