Neue OZ: Kommentar zu Werkvertragsarbeiter/Meyer Werft/Papenburg
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Es ist schon erstaunlich: Vor wenigen Tagen noch sahen sich
Unternehmen und Kommunen außerstande, effektiv gegen eventuelle
Missstände bei Arbeits- und Lebensbedingungen ausländischer
Werkvertragsarbeiter vorzugehen. Plötzlich aber geht es doch: Die
Meyer Werft erlässt nach dem Feuertod zweier Rumänen strengere
Sozialstandards für sich selbst und ihre Subunternehmen. Und die
Papenburger Stadtverwaltung kündigt an, Unterkünfte ausländischer
Arbeiter zertifizieren zu wollen.
Dieser Sinneswandel kommt einem doch bekannt vor. Richtig: Es ist
erst ein paar Wochen her, dass die Fleischindustrie in Niedersachsen
sich ganz ähnlichen Vorwürfen in Sachen Werkverträgen ausgesetzt sah.
Auch dort hoben die Verantwortlichen mit Blick auf die aktuelle
Gesetzeslage die Hände: Wir sind nicht zuständig, hieß es, bevor es
dann plötzlich doch ging. In Sögel mit dem Weidemark-Schlachthof
etwa. Das dortige Vorgehen darf getrost als Vorbild gelten, auch wenn
der Beweis der Nachhaltigkeit noch fehlt.
Diese beiden Beispiele sollten anderen Betrieben und Branchen in
Niedersachsen, die auf das Instrument Werkvertrag setzen, eine
Warnung sein: Wer sich später nicht den Vorwürfen ausgesetzt sehen
will, ein Ausbeuter zu sein oder zumindest von halb legalen
Strukturen profitiert zu haben, der sollte vorsorgen. Dass es auch
ohne das Eingreifen der großen Politik geht, zeigen Papenburg und
Sögel.
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Datum: 22.07.2013 - 22:00 Uhr
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