Neue OZ: Kommentar zu Familiensplitting
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Ist das Ehegattensplitting antiquiert? Ist es ungerecht, weil auch
Kinderlose von der gemeinsamen Besteuerung profitieren? Ja, sagen
viele und verweisen auf unverheiratete Eltern, Patchworkfamilien oder
Familien, in denen Gleichgeschlechtliche Kinder großziehen.
Andererseits, widersprechen andere, sei die Ehe gesetzlich geschützt
und somit auch ihre steuerliche Förderung. Nun gießen die Experten
vom Deutschen Institut für Wirtschaft Öl ins Feuer. Da heißt es, die
Unionspläne zum Familiensplitting entlasteten zwar Gutverdiener,
Familien mit kleinem Einkommen aber kaum.
Das Problem ist: Das perfekte Modell gibt es nicht. Sobald eine
Familienförderung steuerbasiert ist, setzt sie voraus, dass Steuern
gezahlt werden. Arbeitslose oder Geringverdiener sind im Nachteil.
Falsch wäre es auch, nur das Kindergeld zu erhöhen. Denn
förderungswürdig ist nicht allein, Kinder in die Welt zu setzen.
Vielmehr soll auch die Erziehungsleistung gewürdigt werden. Zugleich
will man Kindern eine Zukunft bieten, in der etwa Bildung nicht vom
Elterneinkommen abhängt.
Alle Modelle, über die bisher diskutiert wird, greifen hier zu
kurz. Der richtige Weg wäre ein Mix aus erhöhtem Kindergeld und
höheren Kinder-Freibeträgen. Und was das Ehegattensplitting angeht:
Nicht umsonst heißt "to split" im Deutschen "spalten". Hier muss ein
Kompromiss her, der die Ehe schützt und andere Lebensmodelle nicht
per se benachteiligt.
Melanie Heike Schmidt
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Datum: 04.09.2013 - 22:00 Uhr
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