Neue OZ: Kommentar zu IAA
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Die Autohersteller wissen, dass sie sich auf die Bundeskanzlerin
verlassen können. Wenigstens alle zwei Jahre bei der Eröffnung der
IAA in Frankfurt stellt sich Angela Merkel hinter die Forderungen der
einheimischen Automobilhersteller, so auch in diesem Jahr.
In zahlreichen Gesprächen hat sie sich im Sommer zusammen mit
ihrem Stab und teilweise auch persönlich bei ihren Kollegen in der EU
dafür eingesetzt, die strengen Vorgaben für den C02-Ausstoß ab 2020
vorerst auf Eis zu legen. Das Klagen von Daimler, BMW und Volkswagen
war nicht zu überhören. Die Grenzwerte aus Brüssel seien nicht
einzuhalten, hieß es unisono. Bei der Einführung des Katalysators war
ähnliches Gezeter aus Wolfsburg oder Stuttgart zu hören - zum Schluss
ging es doch. Auch jetzt kann man davon ausgehen, dass wieder viel
Lärm um wenig gemacht wird.
Als Physikerin weiß die Regierungschefin: Technischer Fortschritt
fällt nicht vom Himmel. Sie hält eisern fest an ihrem Plan, dass
hierzulande bis 2020 eine Million Elektroautos fahren sollen. Ein
ehrgeiziges Ziel, gewiss. Aber die Elektromobilität ist notwendig, um
langfristig wegzukommen vom herkömmlichen Verbrennungsmotor, der
fossile Rohstoffe frisst. Umweltverbände regen sich mit Recht über
die doppelte Anrechnung von Verkäufen von Elektromobilen auf. Ihr
Protest wird gegen die starke Autolobby hier in Deutschland nicht
viel ausrichten können, so berechtigt er auch ist.
Gerhard Placke
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Datum: 12.09.2013 - 22:00 Uhr
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