Neue OZ: Kommentar zu Wahlen / Bundestag
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Zitterpartien sind für die FDP Alltagsgeschäft. Das stählt. Jede
Wahl fordert die Nervenstärke der Liberalen neu heraus. Jedes Mittel
ist recht, das Überleben der Partei zu sichern. Also geben die
Freidemokraten vor der Bundestagswahl es auch schriftlich: Nur die
CDU/CSU, keiner sonst soll Bündnispartner sein. Alles oder nichts,
die FDP spielt mit hohem Risiko.
Sie verkauft dies als Zeugnis größtmöglicher Redlichkeit gegenüber
dem Wähler. Das klingt gut. Aber der Treueschwur für die Schwarzen
ist auch Kalkül. Die Liberalen erwarten Belohnung für die Absage an
Ampeleien mit Roten und Grünen, in Form von Leihstimmen aus dem
Unionslager. Die FDP will sich Loyalität sozusagen vergüten lassen,
dies übrigens mit dem Segen des großen alten Mannes der Union. Helmut
Kohl hat die FDP-Spitzenleute Rainer Brüderle und Philipp Rösler zur
Audienz empfangen. Ein Schalk, der Böses dabei denkt.
Aber: Was der siechen FDP nützt, schadet am Ende CDU/CSU. Die hat
nichts zu verschenken. Spätestens seit der Niedersachsenwahl ist
klar: Der schwarz-gelbe Kuchen geht nicht auf wie ein Hefekloß, der
alle satt macht. Außerdem ist die Alternative für Deutschland (AfD)
zu einer ernsten Gefahr für die Liberalen geworden. Deshalb kommt es
für das schwarz-gelbe Lager entscheidend darauf an, am Wahltag die
Unentschlossenen vom Sofa und an die Urnen zu holen.
Beate Tenfelde
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Datum: 12.09.2013 - 22:00 Uhr
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