Neue OZ: Kommentar zu Syrien
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Im Konflikt um Syriens Giftgas kündigt sich ein diplomatisches
Tauziehen an, zunächst zwischen den USA und Russland, dann im
UN-Sicherheitsrat. Das Getöse von einem Militärschlag ist verstummt,
Verhandlungen bekommen eine Chance. Was auf den ersten Blick
begrüßenswert klingt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es hier
nicht um ein Ende des Bürgerkriegs geht. Während die Welt sich über
Chemiewaffen streitet, wird in Syrien weiter gestorben. Im Schatten
des geopolitischen Showdowns gerät das Hauptproblem aus dem Fokus: Im
Kriegsgebiet begehen sowohl Regierungstruppen als auch Rebellen jeden
Tag grausame Massaker, und zwar mit konventionellen Waffen. Kinder
werden als Kämpfer rekrutiert, Wohngebiete und Zivilisten beschossen,
Einwohner vertrieben. Für diese Gräueltaten braucht keine der
Kriegsparteien Giftgas.
Diktator Baschar al-Assad setzt auf Ablenkung: Berechnend kündigt
er an, zu Verhandlungen über diese geächteten Waffen bereit zu sein,
wohl wissend, dass er den Krieg gegen sein Volk unbehelligt
fortführen kann, solange sich die Welt im Streit über das Giftgas
verzettelt. Auch die USA fahren zweigleisig, indem sie einerseits auf
Gespräche setzen, andererseits über die CIA Rebellen mit Waffen
versorgen. Ein Ende des Gemetzels ist nicht in Sicht.
Franziska Kückmann
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Datum: 12.09.2013 - 22:00 Uhr
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