STEUBING GERMAN MITTELSTAND FUND I: Debt Relations: Im Mittelstand zu oft Mittelmaß
ID: 945212
Debt Relations: Im Mittelstand zu oft MittelmaßIm 'Standpunkt German Mittelstand'äußert sich das Team um Ralf Meinerzag
(CIO des STEUBING GERMAN MITTELSTAND FUND I) regelmäßig zum Markt für
Mittelstandsanleihen und Fragen der Finanzierung von kleinen und mittleren
Unternehmen. In dieser Ausgabe im Fokus: Die Kommunikation von
Anleihe-Emittenten, insbesondere NACH der Handelsaufnahme. Hier besteht aus
unserer Sicht erheblicher Nachholbedarf.
Der Gang an den Kapitalmarkt mit der Begebung einer Anleihe ist für viele
kleine und mittelständische Unternehmen, die nicht selten als GmbH
organisiert sind, absolutes Neuland. Viele der Emittenten definieren sich
vor allemüber ihre Innovationen, ihre Fertigung und ihre Produkte. Sich um
Kapitalmarktkommunikation zu kümmern, erscheint vermutlich als lästiges
Beiwerk, das vom operativen Tagesgeschäft abhält. Dabei ist Investor
Relations 'ein Aufgabenfeld derÖffentlichkeitsarbeit und bezeichnet bei
kapitalbasierten Gesellschaften die Kontaktpflege zu Investoren, Analysten
und Finanzmedien.' (Wikipedia) Was in der Theorie eingängig und
nachvollziehbar klingt, offenbart in der Praxis häufig enormen
Nachholbedarf.
Zugegeben: Im Vorfeld einer Emission ist die Kommunikationswelt meist noch
in Ordnung. Für die Roadshow oder One-on-One-Termine wird das Unternehmen,
oft begleitet von einer IR-Agentur, mit Hilfe von Präsentationen und
Anleiheporträts präzise dargestellt, Presseanfragen häufen sich und
schärfen den Sinn für den Mehrwert einer aktiven Kommunikation,
Finanzkennzahlen werden akkurat aufbereitet, um den entsprechenden
Börsenregularien gerecht zu werden. Doch dann, wenn die Anleihe platziert
und der Gang aufs Parkett gefeiert wurde und der Börsenalltag mit der
Handelsaufnahme einkehrt, beginnt es meist: Das große Schweigen.
Veröffentlichung von jährlichen Finanzberichten? Wird gemacht, aber oft amäußersten Rand der von den Marktplatzbetreibern gesetzten Fristen. Selbst
einüber die Webseite des Emittenten zugänglicher Download ist nicht
selbstverständlich, genauso wenig wie vorab veröffentlichte, untestierte
Zahlen, um den Anleihe-Gläubigern eine erste Indikation zu geben.
Zusätzliche Halbjahres- oder gar Quartalsberichte? Hier scheint leider das
Motto zu gelten: 'Was die Börse nicht vorschreibt, machen wir auch nicht'.
Emittenten von Entry Standard-Anleihen liefern Halbjahres-Berichte,
Quartalszahlen werden jedoch kaum veröffentlicht.
Regelmäßige Updates der relevanten Finanzkennzahlen oder - bei bereits
aktiennotierten Unternehmen - die Bereitschaft bondspezifische Kennziffern
(Net Debt/EBITDA; EBIT Interest Coverage) zu publizieren?Äußerst selten.
Allgemeine Unternehmensinformationen auf der Internetseite mit
Informationen zu Struktur und Strategie? Keine Selbstverständlichkeit.
Telefonische Erreichbarkeit jenseits von Veröffentlichungsterminen oder
zumindest begleitende Investoren-Calls bei der Veröffentlichung von
Berichten? Hierüber decken wir lieber den Mantel des Schweigens.
Welcher erfolgreiche Mittelständler spricht nur einmal im Jahr mit seinen
Kunden und Lieferanten?
Was klar ist: Vertrauen ist das kostbarste Gut zwischen Emittent und
Investor. Geringe Handelstätigkeit in einer Anleihe ist kein Zeichen für
Desinteresse, sondern kann eine besondere Form von Vertrauen sein. Dieses
Phänomen kann nämlich bedeuten, dass die seit der Roadshow investierten
Gläubiger bereit sind, das Papier bis zur Fälligkeit zu halten. Einem
solchen Kapitalmarktpartner während einer Laufzeit von vier Jahren nur vier
Mal mit einem Finanzbericht entgegenzutreten, ist beinahe schon fahrlässig.
Zumal ja 'nach' der Anleihe oft auch 'vor' der (Folge-)Anleihe ist. Welcher
erfolgreiche Mittelständler würde derart selten mit seinen Lieferanten,
Kunden oder seiner Hausbank sprechen? Es müssen ja nicht immer gleich von
Wirtschaftsprüfern testierte Berichte sein. Formate wie z.B. die 'Bond
News' und das 'Bond Telegramm' von Zamek zeigen, dass es durchaus möglich
ist, Investoren 'auf dem kurzen Dienstweg' regelmäßig zu informieren und
mehr zu bieten als die Pflichtangaben der Börsensegmente. Diese sind eine
erste Basis für die Kommunikation - nicht weniger, aber auch nicht mehr.
Last but not least: Gerade Unternehmen in Krisensituationen sollten aktiv
kommunizieren. Bessere und höher frequentierte Informationsarbeit kann
helfen, größere und unerwünschte Volatilitäten an den Märkten zu vermeiden.
Ja, Kapitalmarktkommunikation kostet. Aber wir sind sicher: Unterlassene
Kapitalmarktkommunikation kostet noch viel mehr. Für interessierte
Emittenten gibt es nebst der Zusammenarbeit mit den Profis der
Emissionshäusern und Medienexperten auch fachspezifische Lektüre, sei es in
Form eines 700-seitigen Wälzers wie dem unlängst veröffentlichten
'Praxisbuch Debt Relations' oder auch der von der Deutschen Vereinigung für
Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) publizierten Standards für
Bondkommunikation.
So, wie sich der Markt für Mittelstandsanleihen momentan entwickelt, könnte
eineüberzeugende Debt Relations Arbeit schon bald ein relevantes Kriterium
sein, um die begehrten Anleihen von den weniger begehrten zu unterscheiden.
Standpunkt German Mittelstand
Im 'Standpunkt German Mittelstand'äußert sich das Team um Ralf Meinerzag
(CIO des STEUBING GERMAN MITTELSTAND FUND I) regelmäßig zum Markt für
Mittelstandsanleihen und Fragen der Finanzierung von kleinen und mittleren
Unternehmen. Der STEUBING GERMAN MITTELSTAND FUND I investiert in
Mittelstandsanleihen aus dem deutschsprachigen Raum und bietet seinen
Investoren die Möglichkeit, in das Segment der Mittelstandsanleihen
diversifiziert und liquide zu investieren.
STEUBING GERMAN MITTELSTAND FUND I
16. September 2013
Pressekontakt: Klaus-Karl Becker +49 172 61 41 955,
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Datum: 16.09.2013 - 10:30 Uhr
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