Westfalenpost: Der Meister der Kehrtwende / Kommentar von Rudi Pistilli zum Vertrauensvotum in Italien
ID: 955860
Italien abgewendet. Die Vertrauenskrise bleibt. Wer die Kehrtwende
des Steuerbetrügers als Einsicht interpretiert, täuscht sich. Einzig
und allein aus zwei Gründen hat sich Blender Berlusconi für den
Fortbestand der Regierung Letta ausgesprochen: zum einen wegen der
fallenden Kurse an der Mailänder Börse, die auch seine Unternehmen
treffen. Zum anderen, um Zeit zu schinden. Er hofft auf eine zweite
Poker-Runde. Berlusconi will nach seiner sich abzeichnenden
Verbannung aus dem Senat weiterhin als Strippenzieher hinter der
Bühne agieren und früher oder später die erste Große Koalition in
Italien seit 1947 zu Fall bringen. Er bleibt somit ein
unkalkulierbares Risiko für die Reformbestrebungen. Eben ein eitler
Egomane, der sich noch nicht einmal schämt, dass er für private
Zwecke eine Nation in Geiselhaft genommen hat. Sein Wesen hat der
Medienmogul kürzlich wieder offenbart: Im Falle des Machtverlustes
nach Neuwahlen hatte er damit gedroht, beliebte Seifenopern aus
seinen TV-Sendern zu verbannen. Wer das als banalen Ansatz abtut,
kennt die Seele älterer Italiener aus dem Süden des Landes nicht, die
angesichts eines perspektivlosen Lebens Meister im Ausblenden sind.
Da hat sich seit den Herrschern im antiken Rom nichts geändert. Was
Hoffnung macht, ist die Tatsache, dass Berlusconis treueste Gefährten
den Mut aufgebracht haben, sich im Interesse des Landes gegen ihren
Chef offen auszusprechen. Es könnte der Beginn der Erneuerung einer
für Italien so wichtigen konservativen Partei sein. Dazu muss sie nur
noch den alten Mann zum Teufel jagen.
Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion
Telefon: 02331/9174160
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 02.10.2013 - 20:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 955860
Anzahl Zeichen: 1906
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hagen
Kategorie:
Außenhandel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 253 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Der Meister der Kehrtwende / Kommentar von Rudi Pistilli zum Vertrauensvotum in Italien"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalenpost (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Oliver Ruhnert, der designierte Generalsekretär des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), spricht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Partei den nötigen Rückhalt ab. Merz habe "keine Hausmacht mehr", so Ruhnert im Interview mit der in Hagen erscheinenden WESTFALENPOST (Print: Mo
Westfalenpost: Herdecker Bürgermeisterin gibt erstes Interview nach Messerangriff ...
Die neue Bürgermeisterin von Herdecke, Iris Stalzer, hat sich rund drei Wochen nach der Messerattacke auf sie erstmals in einem Interview ausführlich öffentlich geäußert (Online: Freitag/ Print: Samstagsausgabe). Die 57-jährige SPD-Politikerin hatte am 7.Oktober in ihrem eigenen Haus lebensgef
Westfalenpost: Ministerpräsident Wüst: Keine neue Gebietsreform für NRW ...
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Kommunale Neugliederung in Nordrhein-Westfalen vor 50 Jahren gewürdigt. "Die Gebietsreform war ein wichtiger Schritt, um die kommunale Verwaltung in Nordrhein-Westfalen zukunftsfähig zu machen", sagt er der WESTFALENPOST (WP; Online Mitt
Weitere Mitteilungen von Westfalenpost
WAZ: Die Selbstdemontage - Kommentar von Walter Bau ...
Die Fotos von Silvio Berlusconi bei der gestrigen Senatssitzung in Rom zeigen einen gescheiterten Mann im Moment seiner schwersten politischen Niederlage. Doch Mitleid mit dem 77-jährigen Ex-Regierungschef will nicht aufkommen. Berlusconi hat den Zeitpunkt für einen halbwegs ehrenvollen Abs
Neue OZ: Kommentar zu USA/Finanzkrise ...
Skrupellos Wie blamabel: Die USA, die größte Volkswirtschaft der Welt und einzige verbliebene globale Supermacht, können ihre Verwaltung nicht mehr bezahlen und schicken 800 000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Zwangsurlaub. Ausgerechnet das Land, das wiederholt als Weltpolizi
Neue OZ: Kommentar zu Ungarn/Obdachlose ...
Zulasten der Wehrlosen Es ist die nächste Runde im Machtspiel von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán, der unter dem Deckmantel der Demokratie die Rechtsstaatlichkeit mit Füßen tritt. Sein neuester Schachzug: Obdachlose dürfen sich künftig nicht mehr an bestimmten öffentlichen Ort
Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu USA/Haushalt/Republikaner ...
Die Tea-Party-Truppe nimmt ihre eigene Partei und mit ihr das ganze Land in Geiselhaft. Noch ist das ein rein amerikanisches Problem. Nur wird es dabei wahrscheinlich nicht bleiben. Die Radikalen aus dem Lager der Republikaner werden so berauscht sein von ihrer Machtdemonstration, dass sie in zw




