Westfalen-Blatt: das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zur Energiepolitik
ID: 959388
Jahren nicht - leider nur an der Börse und für Großabnehmer. Für die
meisten Kunden sieht es ganz anders aus. Zusätzlich gut und gerne 70
Euro im nächsten Jahr zahlt der Durchschnittshaushalt, bei vielen
Familien ist es das Doppelte und gleich tausende Euro sind es für
unzählige Mittelständler. Die Bürger dürfen einmal mehr die
Brieftasche zücken und den Preis einer verfehlten, von Stillstand
geprägten Strompolitik zahlen. Die wird immer teurer - zumindest für
die Masse. Gut stellen sich nur einige tausend mit dem Argument der
internationalen Wettbewerbsfähigkeit von ausgedehnten Ausnahmeregeln
erfasste Großverbraucher - und der Staat, der Kosten nicht nur
umlegt, sondern bei der Gelegenheit gleich noch selbst kräftig Kasse
macht. Nein, Luxusgut wird Strom für die allermeisten in der Republik
auch durch die neue Preisrunde nicht werden. Doch weitere Löcher
werden die immer höher ausfallenden Stromrechnungen schon in die
Haushaltskassen reißen. Und mit ihnen wird der Unmut über die
steigenden Kosten der Energiewende wachsen. Stopp! Hier lauert eine
Gefahr, falsche Schlüsse zu ziehen. Der große Kostentreiber ist nicht
die Abkehr von Atomkraft und nicht der Wandel von konventioneller
Stromerzeugung aus Kohle und Gas hin zu Energie aus Sonne, Wind-,
Wasserkraft sowie Biomasse. Die reine Förderung erneuerbarer
Energiequellen als Namensgeber der Ökostromumlage macht nächstes Jahr
40 Prozent aus. Sie rechtfertigt auch nur einen Bruchteil des
bevorstehenden Anstiegs. Den Löwenanteil dazu steuern andere Faktoren
bei: Die Ausweitung der Industrieprivilegien. Und vor allem das seit
2010 geltende Vermarktungssystem für erneuerbaren Strom, dem zufolge
die Umlage steigt, wenn der Strombörsenpreis sinkt. Einige Zahlen
machen deutlich, dass die Politik in den verschiedensten
Konstellationen entweder versagt hat - oder Abkassieren kühl
berechnetes Kalkül ist. Seit der Liberalisierung des Strommarktes
1998 hat sich die Summe aus Steuern, Abgaben und Umlagen auf jede
Kilowattstunde mehr als verdreifacht - von gut vier Cent auf nun mehr
als 14 Cent. Das übersteigt inzwischen sogar die Hälfte des gesamten
Privatkundenstrompreises. Die reinen Energiekosten wiederum sind mit
unter vier Cent günstiger als allein die EEG-Umlage - unglaublich,
aber wahr. Und auf jede Umlage, Abgabe und Stromsteuer wird noch der
volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent fällig. Es ist Zeit zum
Handeln, nicht nur wegen der ungerechten Verteilung der Belastung,
sondern auch für eine glaubwürdige Energiepolitik. Wie immer sich die
neue Regierung zusammensetzt: Sie muss den Wahlkampfversprechen
schnell Reformen folgen lassen, die diese Bezeichnung verdienen.
Andernfalls bleibt es dabei, dass Rentner und Familien, Singles
genauso wie Händler und Gewerbetreibende den Preis einer verfehlten
Politik zahlen und vielfach fragwürdige Privilegien Einzelner
finanzieren müssen.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 09.10.2013 - 20:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 959388
Anzahl Zeichen: 3370
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 179 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zur Energiepolitik"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalen-Blatt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un
34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder
NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in
Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld)über Jugendarbeit in Sportvereinen: ...
Dem Aufnahmeantrag in den Sportverein muss auch künftig kein Warnhinweis über Risiken und Nebenwirkungen beiliegen. Nach den krassen Ergebnissen einer Studie aus Paderborn zur Jugendarbeit im Sport wären die Vereine aber gut beraten, die Erkenntnisse aus der Wissenschaft ernst zu nehmen. Als
Mittelbayerische Zeitung: Alles super, oder was? Kommentar zum neuen Kabinett Seehofers von Christine Schröpf ...
Wo das Auge hinfällt, (fast) nur noch Superminister. Ilse Aigner, Markus Söder, Joachim Herrmann und Ludwig Spaenle - Letzterer aus münchnerischem Machtkalkül - sind die Platzhirsche an Seehofers Tisch. Mit dem deutlichen Aufstieg dieses Quartetts verschärft sich die Kluft zu den übrigen Mi
Mittelbayerische Zeitung: Klatsche für Schlapphüte Das Verbot der Überwachung eines Linken-Politikers wirft die Frage nach der Zukunft der Sicherheitsdienste auf. Von Reinhard Zweigler ...
Mit einer deftigen Klatsche haben Deutschlands oberste Richter dem Verfassungsschutz Grenzen aufgezeigt. Dass die Schlapphüte den heutigen thüringischen Linken-Abgeordneten und früheren hessischen Gewerkschaftsfunktionär Bodo Ramelow über fast drei Jahrzehnte ausspähten, verletzt das freie
Allg. Zeitung Mainz: Die Fragen bleiben / Kommentar zu Linkspartei/Verfassungsschutz ...
Der Verfassungsschutz handelte rechtswidrig, als er den Linken-Politiker Bodo Ramelow beobachtete, sagt das Bundesverfassungsgericht. Auch politische Gegner der Linkspartei, und davon gibt es berechtigterweise eine Menge, werden nicht umhin können, dieses Urteil zu begrüßen. Denn es schafft Kl




