Neue OZ: Kommentar zu Fall Gabriele Obst
ID: 960283
Mordmerkmal? Fehlanzeige. Niedere Beweggründe waren dem
Angeklagten zu keinem Zeitpunkt nachweisbar. Tatmotiv? Fragwürdig.
Eifersucht wegen einer Affäre des Opfers und Habgier wegen einer
Lebensversicherung sind möglich, aber nicht belegt.
Materialspurenlage? Dünn. Außer einem wenig überraschenden
genetischen Fingerabdruck des Angeklagten an der Tatwaffe liegt wenig
vor, das ohne Umweg zum Verurteilten führt. Folgt aus alldem nun ein
Freispruch aus Mangel an Beweisen, wie viele Prozessbeobachter
gemutmaßt hatten? Nicht unbedingt. Das Gericht fand im Fall Gabriele
Obst einen Täter nach dem Ausschlussprinzip. Alles andere als ein
schuldiger Ehemann ist unwahrscheinlich angesichts der bekannten
Tatsachen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der weit überwiegende
Teil aller Tötungsdelikte Beziehungstaten sind. Aber Zweifel bleiben.
Das Urteil ist für alle unbefriedigend, weil es auf Indizien statt
Beweisen fußt. Dramatisch ist es für den Angeklagten. Ihm bleibt die
Revision beim Bundesgerichtshof als Rechtsmittel, bei dem das Urteil
auf Rechtsfehler abgeklopft wird, aber keine neue Beweisaufnahme
stattfindet. Vielleicht wird der 74-Jährige seine Freilassung nicht
mehr erleben. Unerträglich ist das Urteil für die Kinder. Sie müssen
nicht nur mit dem Verlust der Mutter leben, sondern auch mit der
Vorstellung, dass der eigene Vater sie auf dem Gewissen hat - oder
dafür zu Unrecht im Gefängnis sitzt.
Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 10.10.2013 - 22:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 960283
Anzahl Zeichen: 1759
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Osnabrück
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 234 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue OZ: Kommentar zu Fall Gabriele Obst"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Osnabrücker Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Osnabrück. Der Krankenkassen-Spitzenverband GKV hat vor einem Aufweichen der Gesundheitsreform gewarnt, die am Freitag vom Bundestag beschlossen werden soll. "In den ersten Monaten des Jahres sind die Ausgaben der Krankenkassen doppelt so schnell gestiegen wir die Einnahmen. Wenn nicht schnell
Möglicher Kurswechsel bei Grünen: Brantner schwört Mitglieder auf "schwierige Kompromisse" ein / Regierungsverantwortung pragmatisch nutzen, "urgrüne Politik" von Özdemir als ...
Osnabrück. Im Richtungsstreit der Grünen hat Parteichefin Franziska Brantner einen pragmatischen Kurs angemahnt und die Parteibasis auf schmerzhafte Zugeständnisse im Falle einer künftigen Regierungsbeteiligung eingeschworen. Im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz) sagt
"Werden überrollt": Grünen-Chefin warnt CDU vor Koalition mit AfD im Osten / Vor Ostdeutschland-Wahlen: Brantner befürchtet Parallelen zur Machtübernahme der Nazis, sie fordert Erhalt de ...
Osnabrück. Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern warnt Grünen-Chefin Franziska Brantner die CDU vor einer Koalition mit der AfD und zieht Parallelen zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933. "Das Experiment, dass eine Partei der Mitte Faschisten zur Macht
Weitere Mitteilungen von Neue Osnabrücker Zeitung
Neue OZ: Kommentar zu kirchliches Arbeitsrecht ...
Mut zum Kompromiss Die Reformvorhaben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu ihrem Arbeitsrecht sind wahrlich keine Kleinigkeit. Gewerkschaften sollen künftig ein erhebliches Mitspracherecht erhalten, indem sie sich in Kirchenbetrieben und Lohnkommissionen betätigen dürfen. Schad
Neue OZ: Kommentar zu Limburger Bischof Tebartz-van Elst ...
Ein Rücktritt ist überfällig Franz-Peter Tebartz-van Elst ist nicht mehr zu halten - die Autorität des Limburger Bischofs ist weg. Das Vertrauen wichtiger Gremien und der allermeisten Gläubigen seiner Diözese fehlt ihm. Und den Kirchensteuerzahlern ist sein leichtfertiger Umgang mit Gel
Weser-Kurier: Zum Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst schreibt der Bremer WESER-KURIER: ...
Den wichtigsten Satz sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, gestern nicht: "Franz-Peter Tebartz-van Elst muss zurücktreten." Aber wer zwischen den Zeilen lesen kann, konnte verstehen, dass er genau das meinte, als er von Vorschlägen sprach
Weser-Kurier: Zu den schwarz-grünen Sondierungsgesprächen in Berlin schreibt der Bremer WESER-KURIER: ...
So schnell geht das. Noch im Juli war Schwarz-Grün für Angela Merkel ein "Hirngespinst", gestern saßen sie am Verhandlungstisch. Und dieses Mal, das bestätigen beide Seiten, ist es keine Alibi-Veranstaltung wie die nur anderthalbstündige Sondierung von 2005. Nun soll es sogar am D




