Supermarktketten sollten gesellschaftlicher Verantwortung nachkommen

Supermarktketten sollten gesellschaftlicher Verantwortung nachkommen

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Supermarktketten sollten gesellschaftlicher Verantwortung nachkommen



(pressrelations) - >Die Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales diskutierte gestern mit der Autorin der Oxfam-Studie "Endstation Ladentheke" Marita Wiggerthale zur marktbeherrschenden Stellung der Supermarktketten. Hierzu erklaeren die arbeits- und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Andrea Nahles und die zustaendige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion Gabriele Hiller-Ohm:

Wir sind uns mit der "Supermarktinitiative" aus 19 Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften einig, den Missbrauch von Marktmacht einzudaemmen. Mehr Transparenz ueber die Einhaltung sozialer Standards in der gesamten Lieferkette, bessere Arbeitsbedingungen und gute Loehne fuer die Beschaeftigten in den Supermaerkten sind dringend erforderlich.

Zudem ist eine grundlegende Untersuchung der Marktstrukturen des Lebensmitteleinzelhandels erforderlich. Wir fordern die Supermarktkonzerne auf, ihrer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen.

Die Dominanz der Supermarktketten in Deutschland wird immer groesser. Heute teilen sich die sechs fuehrenden Unternehmen 90 Prozent des Marktes auf und verfuegen damit ueber eine enorme Marktmacht. Sie bestimmen, welche Waren bei welchen Lieferanten zu welchem Preis eingekauft werden. Je groesser die Konzerne sind, desto staerker koennen sie den Lieferanten und Erzeugern ihre Preise und Konditionen diktieren.

Die Marktmacht wirkt sich entlang der Lieferkette auf die Herstellungsbedingungen von Lebensmitteln, Kleidung und vielen anderen Produkten nicht nur national aus. Der harte Verdraengungswettbewerb ueber die billigsten Preise schafft besonders fuer die Beschaeftigten in den Entwicklungslaendern schwere Probleme, die immer offensichtlicher werden.

Notwendig sind Aufklaerung und Druck auf die Unternehmen. Einen "Persilschein" fuer Konzerne, die von ihren Zulieferern soziale Standards einfordern, diese Einhaltung aber nicht kontrollieren, darf es nicht geben. Zudem ist bislang fuer die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland eine "Politik des Einkaufskorbs" nicht moeglich, da verlaessliche Informationen ueber die Herstellung von Produkten und die Arbeitsbedingungen in der Zulieferkette fehlen. Um hier Transparenz zu schaffen und soziale Standards einzufordern, setzen wir uns fuer Berichtspflichten der Unternehmen ein, wie sie die Durchsetzung guter Arbeitsbedingungen gewaehrleisten. Die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen werden wir auch innerhalb der nationalen CSR-Strategie (Corporate Social Responsibiltiy) einfordern, die derzeit unter Leitung des Bundesministeriums fuer Arbeit und Soziales erarbeitet wird.



Der Preiskampf der Supermarktketten wird auch in Deutschland zunehmend auf dem Ruecken der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgetragen. Extremer Leistungsdruck, Ueberstunden und Niedrigloehne, die kaum zum leben reichen, sind leider oft an der Tagesordnung. Dass Real nun mit Leiharbeit das Lohnniveau noch weiter druecken will, reiht sich in das Selbstverstaendnis der Unternehmensfuehrungen genauso ein, wie die systematische Bespitzelung von Angestellten bei Lidl.

Diese Entwicklung kann so nicht hingenommen werden. Die Konzentration der Supermarktketten und die Auswirkungen auf die Beschaeftigten in der gesamten Handelskette sowie auf Verbraucherinnen und Verbraucher muessen genauer unter die Lupe genommen werden. Hier ist auch das Kartellamt gefordert, es sollte eine Sektoruntersuchung des Lebensmitteleinzelhandels durchfuehren. Die SPD setzt sich weiter fuer gute Arbeitsbedingungen bei den Discountern und in den Supermaerkten ein. Wir fordern einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn, der eine Lohnuntergrenze markiert, unter die Loehne nicht fallen duerfen. Darueber hinaus brauchen wir ein eigenstaendiges Arbeitnehmerdatenschutzgesetz, um die Beschaeftigten in ihren Betrieben wirksam vor Datenmissbrauch zu schuetzen.


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Datum: 17.06.2009 - 14:51 Uhr
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