Heinz Rudolf Kunze: "Wulff wäre trotzdem mein Freund" / Der Autor, Sänger und Texter zu seiner Freundschaft mit dem Ex-Bundespräsidenten im Interview mit SWR1 RP am Do., 14.11., gegen 8.40 Uhr
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wissen Sie was? Hätte er sich was zu Schulden kommen lassen, wäre er
trotzdem mein Freund", sagte der Autor, Sänger und Texter Heinz
Rudolf Kunze über Christian Wulff in "SWR1 Rheinland Pfalz Der
Morgen". In einem Interview mit dem Radiosender hat Kunze über seine
Freundschaft mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff
gesprochen. Sie beide hätten sich kennengelernt in einer Zeit, in der
Christian Wulff noch in der Opposition zu Gerhard Schröder im
Niedersächsischen Landtag saß. Wulffs offene Art habe ihn fasziniert
und sein Image, ein steifer, spröder Mensch zu sein, treffe nicht zu:
"Er ist ein humorvoller Mensch", sagte Kunze.
Seit der Affäre habe sich in der Freundschaft zu ihm nichts
verändert, aber der Mensch Wulff habe sich verändert: "Das geht ja
nicht ohne Spuren an einem vorbei, wenn er alles genommen bekommt:
sein Amt, seine Würde, seine Familie. Das kann einen Menschen nicht
unbeeindruckt lassen, wenn man Kinder hat, die nur noch mit Angst und
Tränen in die Schule gehen. Hätte ich in seiner Haut gesteckt, hätte
ich bestimmt öfter den Weg zu den Tränen gefunden." Über seine
Rücktrittsentscheidung habe Wulff auch mit ihm gesprochen. Wulff
fühle sich von vielen Leuten seiner eigenen Partei sehr im Stich
gelassen. Das habe ihn sehr enttäuscht, weil er auf seinem Weg zum
Ministerpräsidenten auch vielen Leuten den Weg geebnet habe.
Zum bevorstehenden Prozess sagte Kunze: "Er wirkt sehr gefasst, er
hat auch die Trennung von seiner Frau auf eine unglaublich
gentleman-artige Weise verarbeitet, er spricht kein schlechtes Wort
über sie." Vor einiger Zeit habe er sich richtig Sorgen um Christian
Wulff gemacht: "Er war vor einem Jahr sehr, sehr angeschlagen und
auch dramatisch abgemagert, inzwischen scheint er gefestigt und
über'n Berg zu sein."
Warum Christian Wulff sich den anstehenden Prozess überhaupt
antue, könne er nachvollziehen: Weil er einen ordnungsgemäßen
Freispruch haben wolle und nicht mit dem "Geruch" leben wolle, er
habe sich freigekauft. "Er ist der festen Überzeugung, dass der
Bagatellvorwurf lächerlich und ungerechtfertigt ist", so Kunze. Nach
seinem Eindruck gehe Christian Wulff sehr zuversichtlich in die
Verhandlung.
Der Sänger weiter: "Da wurde ein Mensch systematisch zerrüttet und
zerstört, er selbst war einer der ersten, der zugegeben hat, dass er
sich in einigen Dingen ungeschickt verhalten hat. Aber er hat sich
nach seiner festen Überzeugung, und ich glaube ihm das, nichts
wirklich Justiziables zu Schulden kommen lassen. Er hat Fehler
gemacht. Er hat sich ungeschickt verhalten, aber es sind ja auch nach
und nach alle anderen Vorwürfe fallen gelassen worden, und wenn man
sich überlegt, dass die Recherche der Staatsanwaltschaft Hannover
Millionen gekostet hat und es dann um einen Betrag von 700 Euro geht,
dann denke man doch bitte mal an gewisse Bischöfe oder an gewisse
Fußballpräsidenten und frage sich: 'Hallo, wo leben wir eigentlich?'"
Das Interview mit Heinz Rudolf Kunze wird am Donnerstag, 14.
November 2013 gegen 8.40 Uhr in "SWR1 Rheinland-Pfalz Der Morgen"
gesendet.
Zitate gegen Quellenangabe frei.
Rückfragen bitte an SWR1 Rheinland-Pfalz, Tel.: 06131 / 929-34189.
Pressekontakt: Sibylle Schreckenberger, Tel.: 06131/929-32755,
sibylle.schreckenberger@SWR.de.
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Datum: 13.11.2013 - 16:18 Uhr
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