Deutsch-Französischer Journalistenpreis wurde am 29. Juni verliehen/Medienpreis an Simone Veil
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Deutsch-Französischer Journalistenpreis wurde am 29. Juni verliehen/Medienpreis an Simone Veil
SR-Intendant Fritz Raff lobte bei der Preisverleihung die eingereichten Arbeiten des Jahres 2009. "In den einzelnen Kategorien ist es französischen und deutschen Journalisten gelungen, tiefgründig, beharrlich, sensibel, teils poetisch und teils humorvoll über das jeweils andere Land zu berichten." Und Raff weiter: "Die Beiträge haben damit einmal mehr zur Verständigung durch Verstehen beigetragen."
Patrick de Carolis, Präsident von France Télévisions betonte, es sei eine Ehre den deutsch-französischen Journalistenpreis in diesem Jahr in seinem Hause zu empfangen. De Carolis sagte, "in einer Zeit, in der auf der Welt und insbesondere im Iran Journalisten ihre Arbeit nicht mehr ausüben können, ohne festgenommen oder ausgewiesen zu werden, kommt diesem Preis, der die Werte der Demokratie und der gegenseitigen Verständigung hoch hält, eine besondere Bedeutung zu." De Carolis unterstrich außerdem, dass "der Medienpreis das Engagement von Simone Veil ehrt, einer herausragenden Persönlichkeit, die sich zum Ziel gemacht hat, die Wahrheit zu sagen, die Gewissen zu sensibilisieren und sich gleichzeitig für die deutsch-französische Freundschaft einzusetzen."
Der Fernsehpreis (dotiert mit 6.000 ?) ging an den französischen Autor Jeff Wittenberg für seine Reportage "La France: Une arrogante solitude?", eine Produktion von France 2. In seinem hervorragend recherchierten und strukturierten Film beschreibt er das "Innenleben der Europa-Maschine Brüssel". Mit sehr ästhetischen Bildern und einem unverbrauchten Blick deckt er Schicht um Schicht die komplexen Strukturen auf, in denen sich die politischen Volksvertreter bewegen und möglichst Gehör verschaffen müssen. Die Jury hebt außerdem die meisterhafte Kameraführung von Jean-Marie Lequertier hervor.
Mit dem Hörfunkpreis (6.000 ?) wurde Clarisse Cossais ausgezeichnet für den Beitrag "La Sehnsucht. Franzosen in Berlin", ausgestrahlt auf SWR 2. Der Autorin ist es auf eine sehr poetische und einfühlsame Art gelungen, den Deutschen eine neue Sicht auf ihre Hauptstadt und gleichzeitig einen Einblick in die "französische Seele" zu eröffnen. Die Jury hebt besonders die exzellente Produktion und Dramaturgie hervor sowie den Mut und die Geduld der Autorin, ihren Protagonisten den Raum zu lassen, den sie brauchen, um ihre Geschichten sehr persönlich zu erzählen.
In der Kategorie Printmedien (6.000 ?) ging der Preis an Alex Rühle für den Beitrag "Ruhig strahlend wie die Gleise vor uns". Ein deutscher Spaziergänger beschreibt Paris entlang der Metro-Linie 13 und entdeckt die soziale Vielfalt der französischen Hauptstadt und ihrer Vororte. Die Jury hebt besonders die humorvolle Art hervor, mit der Alex Rühle auf seiner kleinen Stadtreise von den unterschiedlichen Facetten der Pariser Stadtviertel und Vororte erzählt. Dabei bewegt sich der Autor stets abseits der üblichen Touristenklischees. Der Text führt den deutschen Leser in die soziale und multikulturelle Realität der Pariser Großregion ein.
Der Internetpreis (6.000 ?) wurde verliehen an die Deutschlandausgabe des Webangebots "Le Petit Journal". Die Jury würdigt insbesondere die Vielfältigkeit der dargestellten Themen, mit der das Leben in Deutschland und der gesellschaftliche Alltag aus französischer Sicht beschrieben wird. Gleichzeitig ermöglicht "Le Petit Journal" Franzosen, die im Ausland leben, eine Verbindung zu ihrem Heimatland aufrecht zu halten. Le Petit Journal bietet viele praktische Informationen zum kulturellen Leben, zu Wirtschaftsthemen, Politik und auch Antworten auf administrative Fragen.
Den Nachwuchspreis (4.000 ?), gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, erhielt Maria Wimmer für "Prostituierte sind Opfer, nicht Straftäter", erschienen in der Mittelbadischen Presse. Die junge Autorin begleitet sensibel und gleichzeitig mit originellem Blickwinkel die Arbeit zweier Vereine in Deutschland und Frankreich, die Prostituierte beim Ausstieg unterstützen. Sie beleuchtet die sehr unterschiedlichen Realitäten diesseits und jenseits der Grenze, vergleicht die rechtlichen Grundlagen und gibt damit ein eklatantes Beispiel für fehlende Harmonisierung in Europa.
Der Medienpreis 2009 ging an die französische Publizistin und Politikerin, Mitglied der Académie Française, Simone Veil. Sie hat sich als Überlebende des Holocaust ohne zu zögern für die Aussöhnung zwischen Franzosen und Deutschen eingesetzt. Dafür trat sie als Politikerin ebenso ein wie als Grande Dame des öffentlichen Diskurses in Frankreich, Deutschland und Europa.
Weitere Informationen zum Deutsch-Französischen Journalistenpreis und Details zu den Preisträgern und ihren Beiträgen finden Sie im Internet unter www.dfjp.eu
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Datum: 30.06.2009 - 12:21 Uhr
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