FT: Flensburger Tageblatt

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ID: 569575
(ots) - Die Initiative von Bundesgesundheitsminister
Daniel Bahr (FDP) entstand aus purer Not. Mit höherer Lebenserwartung
steigt auch das Risiko an Demenzerkrankungen. Schon heute sind viele
Familien davon betroffen, prominente Fälle häufen sich und in Zukunft
werden es noch mehr sein. Würden alle Erkrankten in professionellen
Pflegeheimen betreut, wären die Beitragszahler der nachwachsenden
Generationen finanziell überfordert. Noch nehmen viele Familien die
aufopfernde Pflege auf sich, zusätzlich belastet durch die bisher
mangelhafte Anerkennung von Demenzkrankheit durch die
Pflegeversicherung. Aber die Vereinzelung der Gesellschaft - vor
allem in den Großstädten - setzt familiärer Fürsorge absehbare
Grenzen. Auch sind gute Wohngemeinschaften für die Betroffenen
humaner als die Endstation eines Pflegeheims mit überfordertem
Personal. Zumindest gilt dies für die Frühphasen von Alzheimer.
Dennoch prangert die Deutsche Hospizstiftung mit Recht den Zustand
vieler derzeitiger Wohngemeinschaften für Demenzkranke an. Sie
kritisiert "Elendsquartiere am Rande der Legalität" und macht den
gewaltigen Investitionsbedarf von Minister Bahrs Projekt deutlich.
Altersdemenz als gesellschaftliche Herausforderung wird allerdings
nicht nur durch neue Pflegemodelle bewältigt. Der Gesundheitsminister
beklagt selbst, dass der Durchbruch zu Ursachen und Therapiemethoden
in der Forschung bisher ausblieb. Ergänzend zu Pflegemodellen kommt
es deshalb darauf an, Forschungsmittel stärker auf diese Volksseuche
zu konzentrieren. Dem Wissenschaftsministerium müsste es einleuchten,
dass die Ergründung von Demenzerkrankungen gesellschaftlich
bedeutsamer als ein neues Raumfahrtexperiment ist und mehr
Forschungsförderung verdient. Private Stiftungen der USA sind da
längst aktiver - wobei, typisch amerikanisch, das Problembewusstsein


durch prominente Krankheitsfälle wie Ronald Reagan geschärft wurde.



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Datum: 07.02.2012 - 20:00 Uhr
Sprache: Deutsch
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Kategorie:

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