Lausitzer Rundschau: Wann, wenn nicht jetzt?
Zur wirtschaftlichen Lage und zur Notwendigkeit von Strukturreformen
ID: 625115
europäischen Vergleich hervorragend und die Aussichten glänzend. Aber
solchen goldenen Zeitaltern folgte historisch oft der Niedergang -
wenn Gegenmaßnahmen nicht rechtzeitig eingeleitet werden. So
funktioniert der große Absatzmarkt Europa für Deutschland nur so gut
wegen der Gemeinschaftswährung Euro. Um sie zu halten, wird
Deutschland künftig wahrscheinlich mehr als nur Bürgschaften zahlen
müssen. Vor allem wird es einen Teil des Produktionskuchens abgeben
müssen, damit die Ungleichgewichte langfristig etwas geringer werden.
Solange fernere Märkte diese Verluste ausgleichen, ist das kein
Problem. Doch zum Beispiel China wandelt sich bereits vom Importeur
zum Exporteur von Hochtechnologie. Bald können sie dort genauso gute
Autos, Flugzeuge und Maschinen bauen. Dann ist Schluss mit lustig.
Deutschland muss seine Wachstumskräfte nachhaltig stärken. Wann, wenn
nicht jetzt? Das Land braucht jetzt eine Agenda 2020, ähnlich der
Agenda 2010, die einen Großteil der aktuellen Erfolge begründet. Die
konkreten Reformaufgaben sind oft beschrieben worden, unter anderem
von der OECD. Vor allem muss Deutschland viel mehr für Bildung und
Forschung tun. Darüber hinaus muss es alle Arbeitskräftereserven
ausschöpfen, statt so viele zu vergeuden. Die Migrantenkinder, die
Alten, die Frauen, auch die Mütter. Das Betreuungsgeld ist da genau
das Gegenteil dessen, was Not tut. Zweitens muss der Haushalt
schneller konsolidiert werden als bisher geplant. Es gibt keinen
Grund, nach 2014 noch neue Schulden zu machen. Das Dritte sind
wachstumsstärkende Reformen, vor allem eine Beschleunigung von
Infrastrukturvorhaben. Andere Länder laufen uns im Tempo weit voraus.
Viertens schließlich muss die Finanzierung des Staates und der
Sozialsysteme nachhaltiger angelegt werden. Sie kann künftig nicht
mehr ausschließlich auf dem Rücken der mittelmäßig und gut
verdienenden Erwerbstätigen erfolgen, wenn deren Zahl wegen der
demografischen Entwicklung tendenziell abnimmt. Stattdessen müssen
auch Vermögen, Erbschaften und andere Einkommensarten herangezogen
werden. Auch hier sind nüchterne Abwägungen angesagt statt Ideologie.
Das ist die Agenda 2020. Die Politik tut sich naturgemäß schwer,
schmerzhafte Veränderungen in Hochphasen wie dieser zu verkünden.
Auch sind immer gerade irgendwo Wahlen. Freilich, die Wähler sollten
grundsätzlich allen misstrauen, die ihnen sagen, dass doch alles
prima laufe, kein Grund zum Handeln bestehe und dass die angebotenen
Wahlgeschenke ohne Reue entgegengenommen werden könnten. Das hat noch
nie gestimmt.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 25.04.2012 - 21:48 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 625115
Anzahl Zeichen: 3010
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 263 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Wann, wenn nicht jetzt?
Zur wirtschaftlichen Lage und zur Notwendigkeit von Strukturreformen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
Südwest Presse: Kommentar zum Mindestlohn ...
Die Auseinandersetzung um Sinn oder Unsinn eines allgemeinen, von der Politik festgelegten Mindestlohnes hat sich inzwischen so abgenützt, dass vermutlich auch die größten Skeptiker sie endlich vom Tisch sehen möchten. Denn jene, die von "gerechter" oder "fairer" Bezahlun
BERLINER MORGENPOST: Absurde Ideen, falsche Politik - Leitartikel von Marius Schneider ...
Ja, es gibt sie noch, die großen transreligiösen Verbrüderungen und lebensanschaulichen Umarmungen in unserem Lande - und das ist schön. Noch schöner ist es, wenn diese Harmoniemomente sich auf so überraschenden Feldern wie dem aktuellen Kulturkampf um Wohl und Wehe des deutschen Kleinkind
Märkische Oderzeitung: Märkische Oderzeitung Frankfurt (Oder) zu Betreuungsgeld: ...
Erst sollten die Gegner des Betreuungsgeldes mit Zusatzleistungen ruhig gestellt werden. Nun schlägt die Union eine neue Finte: Hartz-IV-Empfängern soll das Geld wieder abgezogen werden. Das ist vielleicht rechtens, aber auch absurd, ungerecht und macht wiederum deutlich, wie sinnlos die Herd
Märkische Oderzeitung: Märkische Oderzeitung Frankfurt (Oder) zum demografischen Strategiepapier: ...
Man muss die an sich eher negative Entwicklung einfach nur als Chance begreifen. Halleluja! Schlimm an dem demografischen Papier der Regierung ist, dass seine Autoren so tun, als ob es einfache Antworten gäbe. Realitätsfern wird von familienfreundlicher Unternehmenspolitik geredet, von Kita-Pl




