Allg. Zeitung Mainz: Rufer in der Wüste / Kommentar zum Klimareport
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Jahr(zehnt)e, dann ist unsere Welt eigentlich nicht mehr zu retten.
Nicht nur die nachweisbare Erderwärmung, auch die sich häufenden
Unwetter- und Überschwemmungskatastrophen, Dürren und schmelzende
Gletscher sollten auch den letzten Skeptikern mittlerweile klar
gemacht haben, dass die Warnungen vor einem gefährlichen Klimawandel
kein leeres Geschwätz sind. Der Mensch sägt am Ast, auf dem er sitzt,
auch wenn sich nie bis aufs Letzte wird nachweisen lassen, wie viel
der Veränderungen kosmischen Zyklen und wie viel Menschenhand
geschuldet ist. Wenn der Weltklimarat nun bei seinem dritten Report
immer noch Wege aufzeigt, den Schaden mit vertretbaren Mitteln
einzudämmen, und an die Politiker appelliert, es sei noch nicht zu
spät, dann nicht zuletzt deshalb, weil es keine Alternative gibt.
Verfolgt man die Entwicklung gerade in den Schwellenländern, die die
inzwischen erkannten Sünden der Industriestaaten nicht nur
wiederholen, sondern gar noch toppen, so muss sich der Weltklimarat
nur als Rufer in der Wüste fühlen. Auch der Blick auf das Verhalten
gewisser Supermächte macht keinerlei Hoffnung. Machen da die
deutschen Anstrengungen, macht der Kampf um die Energiewende,
überhaupt noch Sinn, wenn derzeit allein durch den Bau neuer
Kohlekraftwerke in China all die Einsparungen fossiler Energien in
Deutschland schon übertroffen werden?Ja, sie machen es. So hoch die
Hürden auch sind, wenn Deutschland es irgendwann schafft, seine
hochgesteckten Klimaziele atomfrei zu erreichen, dann wird das ein
Signal sein, eine Vorarbeit für den Rest der Welt. Ein Rezept für die
Zukunft, wenn vielleicht auch andere einsehen, dass es ohne Umdenken
für die Welt nicht weiter geht.
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Allgemeine Zeitung Mainz
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Datum: 13.04.2014 - 18:51 Uhr
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