Weser-Kurier: Kommentar von Doris Heimann zu Putins Rede
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zeigt anschaulich, wie sich Russlands Präsident immer mehr in seine
Parallelwelt hineinsteigert. Die von Russland eroberte Krim
stilisiert er nun zum Nationalheiligtum - dabei waren es äußert
profane, nämlich geopolitische und machtstrategische Gründe, die
Moskau zur Landnahme bewegt hatten. Washington, dessen Hand der
Kremlchef überall im Spiel sieht, zündelt bei Russlands Nachbarn
gegen Moskau. Und die "alten Gegner" Russlands sind dabei, einen
"Eisernen Vorhang" um Putins Reich zu ziehen. Nur ist dessen Armee
mächtig, kampferprobt und mutig. Man weiß nicht, ob Putin diese
Hirngespinste wirklich selbst glaubt - oder ob er sie nur ausbreitet,
um das heimische Publikum ruhig zu stellen. Denn durch die Rubelkrise
haben viele Russen bereits jetzt ein Drittel ihrer Ersparnisse und
Einkünfte verloren. Die Wirtschaft driftet in die Rezession, die
Unsicherheit in der Bevölkerung wächst. Umso wichtiger ist es für
Putin, eine Burgmentalität zu beschwören. Bislang verfängt die
Rhetorik. Putins Popularitätswerte liegen bei 80 Prozent. Doch was,
wenn sein Stern sinkt? Welches heilige Land braucht er dann, um seine
Macht zu erhalten? Angesichts der neuesten Drohungen möchte man sich
das lieber nicht ausmalen.
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Datum: 04.12.2014 - 20:37 Uhr
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