Der Fahrstuhl aus dem Jahr 1912 im Lagerhaus des Fagus-Werkes in Alfeld wird restauriert
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Der Fahrstuhl aus dem Jahr 1912 im Lagerhaus des Fagus-Werkes in Alfeld wird restauriert
Historisch Aufzug fahren
Kurzfassung: Einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) über 30.000 Euro für die Revitalisierung der historischen Aufzugsanlage im Lagerhaus des Fagus-Werks in Alfeld aus dem Jahr 1912 erreicht in diesen Tagen Ernst Greten von der Fagus-Gre-Con Greten GmbH Co. KG. Der im Gebäude der Fagus-Gropius-Ausstellung im Weltkulturerbe Fagus-Werk genutzte Fahrstuhl gehört zu den über 310 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Niedersachsen fördern konnte.
Langfassung: Einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Höhe von 30.000 Euro zur Wiederherstellung der historischen Aufzugsanlage im Lagerhaus des Fagus-Werks in Alfeld aus dem Jahr 1912 erreicht in diesen Tagen Ernst Greten von der Fagus-Gre-Con Greten GmbH Co. KG.
Die zwischen 1911 und 1914 entstandene Schuhleistenfabrik von Walter Gropius und Adolf Meyer gilt als bedeutendes Beispiel für das "Neue Bauen". Die noch revolutionäre Idee einer "Corporate Identity" sollte im vorliegenden Fall das Unternehmen durch die Ausgestaltung der Werksarchitektur darstellen und charakterisieren.
Das Lagerhaus ist 63,63 Meter lang und 13,19 Meter breit. Es diente zum Trocknen des auf Grobleistenlänge geschnittenen und mit Sägeschnitt vorgeformten Holzes. Spaltböden und Lüftungsluken sorgten für eine starke Luftzirkulation und damit für die Trocknung des Buchenholzes. Auf dem massiven Kellergeschoss erhebt sich das mit gelben Klinkern versehene Erdgeschoss, dessen Innenwände nur in einer Holz-Stützen-Konstruktion ausgeführt wurden. Die Außenwände der drei folgenden Obergeschosse bestehen aus Holzfachwerk, das ausgemauert wurde. Die von außen vorgemauerten Langlochziegel wurden mit grobkörnigem Außenputz versehen. Das vierte Obergeschoss trägt eine mittig aufgesetzte Laterne und war ehemals mit Schiefer abgedeckt. Die Flachdächer wurden mit Dichtungsbahnen auf Schalung ausgeführt, alle Außenwandöffnungen sind mit Holzlamellen verschlossen.
Neben der konstruktiven und ästhetischen Gestaltung besitzen die Faguswerke eine große sozialgeschichtliche Bedeutung. Der soziale Anspruch von Gropius und dem Bauherrn Benscheidt bei der Fabrikeinrichtung und der Gestaltung der Arbeitsplätze wirkt bis heute nach.
Der historische Aufzug besitzt noch die komplette Aufzugsmaschine mit Trommel und Getriebe, das Schachtgerüst, die Schachttüren, die Aufzugskabine und die Führungsschienen aus Eichenholz. Der Aufzug wird behutsam an den Stellen überarbeitet, die Verschleißerscheinungen aufweisen und so Sicherheitsrisiken bergen. Beispielsweise kann die Aufhängung des Gegengewichts ohne starke Beeinträchtigungen umgebaut und nach heutigen Vorschriften weiter genutzt werden.
Bauphysikalische Fehler aufgrund mangelnder Erfahrung mit Flachdachkonstruktionen zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts schädigten die Fachwerkkonstruktion im oberen Bereich des Lagerhauses durch Durchnässung der Konstruktion und der Vorhangfassade erheblich. An der vor einigen Jahren erforderlichen Restaurierung beteiligte sich auch die DSD. Die Vorhangfassade wurde durch eine neue, bauphysikalisch durchdachte Konstruktion aus Baufurnierplatten, Mineralwolldämmung, Armierung und erneutem Waschbetonputz ersetzt, die Durchlüftung der Etagenfußböden beibehalten.
Das Lagerhaus, das man bereits im Rahmen der EXPO als Ausstellungsgebäude nutzte - seither dient es der Firma Fagus-Gre-Con zu Ausstellungszwecken -, gehört zu den über 310 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Niedersachsen fördern konnte.
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Datum: 19.12.2014 - 16:07 Uhr
Sprache: Deutsch
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